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Polarlichter des Sonnensturms sorgen weltweit für spektakuläre Himmelsbilder
Der erste "extreme" Sonnensturm seit 20 Jahren hat in vielen Erdteilen für beeindruckende Polarlichter am Himmel gesorgt - und dürfte Beobachtern noch bis Sonntag ein spektakuläres Schauspiel bieten. Das Phänomen erreichte die Erde am Freitagnachmittag und hält in unterschiedlicher Stärke noch bis mindestens Sonntag an, wie das Weltraumwetterprognosezentrums der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA (NOAA) am Samstag erklärte. Auch in Deutschland und Österreich sollte es wieder zu sehen sein. Experten warnten vor Beschädigungen unter anderem an Stromnetzen.
Internet-User in vielen Ländern posteten Fotos vom bunt erleuchteten Nachthimmel. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlichte im Online-Dienst X Bilder von einer pink glühenden Schneedecke auf den Alpen und Polarlichtern über der Frankfurter Skyline. Auch in weiteren Teilen Deutschlands und Europas war das Farbspektakel in der Nacht zu Samstag zu sehen.
Die Chancen für einen weiteren Blick auf die Lichter sind auch in der Nacht zum Sonntag laut DWD gut. "Vielerorts ist es sternenklar, nur im Osten können zeitweise tiefe Wolken die Sicht auf den Sternenhimmel versperren", schrieben die Meteorologen.
In Amerika konnte das Phänomen unter anderem in den USA, Chile und Argentinien bestaunt werden. Auch in Australien und Neuseeland veröffentlichten begeisterte User Fotos der Polarlichter.
Eventuelle weitere Lichter in der Nacht zum Sonntag sollten sich Hobbyastronomen auf keinen Fall entgehen lassen, sagte der Weltraumphysiker der Universität im englischen Reading, Mathew Owens: "Ich rate Ihnen, gehen Sie heute Nacht nach draußen und gucken, denn wenn man die Aurora sieht, ist das eine ziemlich spektakuläre Sache."
Brent Gordon von der NOAA riet dazu, Fotos zu machen, selbst wenn die Lichter nicht zu erkennen sein. "Wenn Sie mit einem neueren Handy fotografieren, werden Sie erstaunt sein, was Sie zu sehen bekommen und was vom bloßen Auge nicht erfasst wird", sagte er.
Bei einem Sonnensturm handelt es sich um "Explosionen von energiereichen Teilchen und Magnetfeldern, die von der Sonne ausgehen", erklärte Shawn Dahl vom US-Weltraumwettervorhersagezentrum (SWPC), das der NOAA angegliedert ist. Der Sonnensturm war Freitag als "extrem" eingestuft worden - zuletzt war diese Kategorie nach NOAA-Angaben im Oktober 2003 bei den sogenannten Halloween-Stürmen erreicht worden. Damals kam es demnach in Schweden zu Stromausfällen, in Südafrika wurden Transformatoren beschädigt.
GPS, Stromnetze, Raumschiffe, Satellitennavigation und andere Technologien könnten auch beim aktuellen Sonnensturm beeinträchtigt werden, teilte die NOAA mit. Am Samstag sprach sie von "Berichten über Unregelmäßigkeiten im Stromnetz und Beeinträchtigungen der Hochfrequenzkommunikation und des GPS".
Aufgrund möglicher Störungen durch Veränderungen des Erdmagnetfeldes empfahlen Behörden Satelliten- und Strombetreibern sowie Fluggesellschaften, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Das SWPC in den USA riet Bürgerinnen und Bürger dazu, sich vorsichtshalber mit Batterien oder Generatoren zu versorgen. Die Experten wiesen aber daraufhin, dass der Sonnensturm wenn, dann vor allem Hochstromleitungen beeinträchtigen könnte.
Elon Musk, dessen Starlink-Netzwerk rund 5000 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn betreibt, teilte auf X mit, die Satelliten ständen unter großem Druck, hielten aber bisher Stand.
Chinas Nationales Zentrum für Weltraumwetter gab nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag eine Einstufung in die "Alarmstufe Rot" aus. Das Zentrum warnte demnach, dass der Sturm über das Wochenende anhalten werde und sich in den meisten Gegenden des Landes auf die Kommunikation und Navigation auswirken werden.
Der stärkste bisher gemessene geomagnetische Sturm wurde 1859 gemessen und ging als Carrington Event in die Geschichte ein, benannt nach dem britischen Astronomen Richard Carrington. Es hatte große Beeinträchtigungen des Telegrafen-basierten Kommunikationsnetzes zur Folge, setzte Telegrafen in Brand und verpasste Arbeitern Stromschläge.
F.Stadler--VB