Volkswacht Bodensee - "Viele Fehler": Watzke unterstreicht DFB-Haltung zu Infantino

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"Viele Fehler": Watzke unterstreicht DFB-Haltung zu Infantino
"Viele Fehler": Watzke unterstreicht DFB-Haltung zu Infantino / Foto: © Bildagentur kolbert-press/SID

"Viele Fehler": Watzke unterstreicht DFB-Haltung zu Infantino

Hans-Joachim Watzke hat die kritische deutsche Haltung im Machtkampf mit dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino unterstrichen. "Ich bin kein Papagei, ich habe es die letzten Wochen oft genug gesagt", zuletzt seien "so viele Fehler passiert, vom Friedenspreis über das Balogun-Thema bis hin zu der Investorengeschichte als Gipfel", sagte der DFB-Vize und Ligapräsident am Donnerstag unmittelbar vor dem Treffen der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in Berlin: "Wir haben eine klare Meinung als DFB."

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DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte dafür plädiert, einen Gegenkandidaten ins Rennen zu schicken. Dieser müsse nicht unbedingt ein europäischer sein, sondern könne auch von einer anderen Konföderation kommen, sagte er dem Tagesspiegel. Infantino sei "nicht mehr tragbar" und habe dem "Fußball sehr geschadet". Im DFB sei man sich einig: Der Schweizer habe "jegliches Vertrauen verspielt", man müsse ihn "vom Platz stellen".

In einem Nobelhotel am Potsdamer Platz beraten die Chefs der europäischen Verbände über das weitere Vorgehen im FIFA-Machtkampf. Dass die UEFA am Donnerstag einen Gegenkandidaten für die Wahl beim Kongress im März 2027 in Rabat/Marokko präsentieren wird, ist unwahrscheinlich. Von dem Treffen in Berlin, bei dem neben dem UEFA-Vizepräsidenten Watzke auch der DFB-Chef Neuendorf am Tisch sitzt, geht dennoch eine Signalwirkung aus. Die Frist für die Nominierung einer Alternative läuft am 18. November ab.

Infantino war infolge seines gescheiterten Investorenvorhabens massiv unter Druck geraten. Er stellte unlängst Reformbereitschaft sowie Auszahlungen aus den FIFA-Reserven in Aussicht. Damit verkleinerte der 56-Jährige die Angriffsfläche für seine Gegner, die ähnliche Forderungen gestellt hatten. Schon jetzt erscheint sicher, dass die oppositionellen Kontinentalverbände aus Europa, Asien (AFC) sowie Nord- und Mittelamerika (CONCACAF) nicht alle ihre Mitglieder hinter sicher vereinen können.

AFC-Präsident Salman bin Ibrahim Al Khalifa näherte sich Infantino dazu in dieser Woche offenbar an. Laut The Athletic distanzierte er sich in einem Brief von einer möglichen externen Überprüfung der FIFA-Governance, die UEFA, AFC und CONCACAF ursprünglich gefordert hatten. Stattdessen warb er für eine interne Arbeitsgruppe, um "konstruktiv zu prüfen, ob die bestehenden Governance-Strukturen der FIFA gestärkt werden können". Zuvor hatte sich der arabische Dachverband UAFA hinter Infantino gestellt, darunter die einflussreichen Verbände aus Katar und Saudi-Arabien.

Auch in Europa gibt es inzwischen Abweichler. Neben Aserbaidschan sprach der lettische Verband Infantino unlängst seine Unterstützung aus. In dieser Woche wurde der FIFA-Chef dazu in Prag/Tschechien empfangen.

N.Schaad--VB