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Athleten Deutschland fordert Aufhebung von Petzold-Sperre
Der Verein Athleten Deutschland hat die Aufhebung des von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) verhängten Startverbots für Olympiastarter Fridtjof Petzold gefordert. Dies geht aus einer Stellungnahme der Athletenvertretung zu den Vorgängen im deutschen Eisschnelllauf anlässlich der Sitzung im Sportausschuss des Deutschen Bundestages am Mittwoch hervor.
Konkret fordert Athleten Deutschland "die sofortige Aufhebung des Startverbots gegen Fridtjof Petzold sowie die Beendigung des gegen ihn geführten Disziplinarverfahrens". Geschäftsführer Johannes Herber führte aus: "Athletinnen und Athleten müssen Kritik üben können, ohne dadurch ihre Kaderzugehörigkeit zu riskieren. Das Verhalten der DESG sendet das gegenteilige Signal - wer Probleme anspricht, wird eingeschüchtert und im Zweifel rausgeworfen."
Die DESG hatte das Verbot verhängt und Petzolds Status als Bundeskaderathlet ausgesetzt, nachdem dieser während Olympia öffentlich Kritik an der DESG bezüglich Athletenbetreuung und -förderung geübt hatte. Infolge der Sperre erklärte Petzolds Teamkollege Felix Maly seinen Verzicht auf die Mehrkampf-Weltmeisterschaften in Heerenveen/Niederlande (7. und 8. März). "Der solidarische WM-Verzicht von Felix Maly zeigt, was passiert, wenn das Verhalten eines Verbands und die Werte des Sports und der Athletinnen und Athleten derart auseinanderklaffen", sagte Herber.
Athletenvertreter Hendrik Dombek appellierte an die DESG um Präsident Matthias Große, der Petzold bei einer Pressekonferenz am vergangenen Sonntag kritisiert und durch Berichterstattung der ARD transportierte Vorwürfe umfassend zurückgewiesen hatte: "Der Verband und seine Mitgliedsorganisationen sollten die gegenwärtige Situation als Chance für eine Veränderung der Kommunikationskultur und des Umgangs miteinander nutzen. Wir, Athletinnen und Athleten, sind bereit, unseren Beitrag zu leisten. Dafür braucht es ein Zeichen der DESG-Führung, dass eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung erwünscht und möglich ist."
Derweil nahm Athleten Deutschland auch die Politik und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in die Pflicht: "Wer mehr Medaillen fordert, muss dafür sorgen, dass die Integrität des Sports und die Rechte der Athletinnen und Athleten gewahrt werden. Beide sind grundlegende Voraussetzungen für die Leistungsfähigkeit des Systems", sagte Herber. Dafür müsse die geplante Spitzensportagentur "in die Lage versetzt werden, Verbänden nicht nur leistungsbezogene, sondern auch integritätsbezogene Vorgaben zu machen." Ein Mandat dafür müsse "im Sportfördergesetz verankert werden".
A.Ammann--VB