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Iran zieht vorübergehend Pass von früherem Fußballspieler Ali Daei ein
Nach einer Äußerung über die Proteste im Iran haben die Behörden den Pass des Fußballstars Ali Daei vorübergehend beschlagnahmt. Das Dokument sei ihm bei seiner Einreise am Teheraner Flughafen abgenommen und "zwei bis drei Tage" später zurückgegeben worden, sagte Daei der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Zuvor hatte die Zeitung "Hammihan" über den Fall berichtet und ihn mit Äußerungen Daeis über die Proteste in Verbindung gebracht.
Der frühere Hertha-BSC-Spieler berichtete, der Pass sei ihm am Flughafen im Beisein seiner Familie und anderer Menschen abgenommen worden. "Auf der Quittung, die sie mir gaben, stand, dass ich zum Revolutionsstaatsanwalt in der Hauptstadt gehen sollte, um den Fall weiterzuverfolgen", sagte der 52-Jährige zu AFP. Da die Beschlagnahmung des Passes aber "kein wichtiges Thema" für ihn gewesen sei, sei er "nirgendwo hingegangen". Nach "zwei oder drei Tagen" habe er den Pass zurückerhalten.
"Leider verstehe ich nicht, warum sie meinen Pass beschlagnahmt haben", sagte Daei weiter. "Und was bedeutet die Rückgabe des Passes nach diesem Mangel an Respekt rechtlich?"
Zuvor hatte die reformorientierte Zeitung "Hammihan" (Montagsausgabe) berichtet: "Die Beschlagnahmung von Ali Daeis Pass ist darauf zurückzuführen, was er auf Instagram in Reaktion auf Mahsa Aminis Tod geschrieben hat." Er habe die "Unterdrückung" der Proteste angeprangert, die seit dem Tod einer 22-jährigen, von der Sittenpolizei festgenommenen Kurdin andauern.
Daei hatte die iranische Regierung am 27. September aufgefordert, "lieber die Probleme des iranischen Volks zu lösen anstatt Unterdrückung, Gewalt und Festnahmen anzuwenden".
Die 22-jährige Mahsa Amini war am 16. September in Teheran für tot erklärt worden, nachdem sie dort drei Tage zuvor von der Sittenpolizei wegen des Vorwurfs festgenommen wurde, ihr Kopftuch nicht den Vorschriften entsprechend getragen zu haben.
Daei war einer der ersten iranischen Fußballspieler, der in einer europäischen Liga antrat. In Deutschland spielte er zunächst für Arminia Bielefeld und den FC Bayern München, bevor er zu Hertha BSC wechselte. Der Berliner Bundesligist hatte am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter geschrieben, der Verein blicke "bestürzt" auf die Situation im Iran. "Unser ehemaliger Spieler Ali Daei darf das Land nicht mehr verlassen, da er sich für Frauenrechte eingesetzt hat", führte Hertha fort.
Mehrere iranische Sportler sowie Schauspieler und Regisseure haben sich hinter die Demonstrationen gestellt und die Behörden aufgefordert, den Protestierenden zuzuhören. Am vergangenen Donnerstag hatten Medien bereits darüber berichtet, dass die iranische Justiz wegen Unterstützung der Proteste gegen den früheren Bayern-Profi Ali Karimi ermittle.
M.Odermatt--BTB