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Tote bei Drohnen-Angriffen auf Frachter im Asowschen Meer - Explosion in Hafen
Im Ukraine-Krieg hat es am Freitag zwei schwerwiegende Drohnenvorfälle im Schwarzmeerraum gegeben: Bei Angriffen auf zwei Frachtschiffe im Asowschen Meer zwischen der Halbinsel Krim und dem russischen Festland wurden fünf Menschen aus Aserbaidschan getötet und drei weitere verletzt, wie das Außenministerium in Baku mitteilte. Im rumänischen Schwarzmeerhafen Konstanza explodierte derweil eine ukrainische Seedrohne, wobei dort niemand zu Schaden kam.
Russland machte für beide Vorfälle die Ukraine verantwortlich. Bezogen auf den Angriff im Asowschen Meer wurde der russische Vize-Außenminister Michail Galusin in russischen Medien mit den Worten zitiert: "Wir wissen sehr genau, wer Drohnen - sowohl Luft- als auch Seedrohnen - einsetzt, um friedliche zivile Schiffe in den Gewässern des Schwarzen Meeres und des Mittelmeers anzugreifen." Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sagte: "Die Schiffe wurde durch ukrainische Drohnen attackiert".
Der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte der ukrainischen Armee, Robert Browdi, erklärte im Onlinedienst Telegram, es seien in der Nacht zum Freitag "fünf Schiffe getroffen" worden, "die sich illegal in den Häfen von Mariupol und Berdjansk" in von Russland besetztem Gebiet befunden hätten. Er gab jedoch nicht an, ob es sich dabei um die Schiffe handelte, auf denen die aserbaidschanischen Staatsbürger getötet wurden.
Russischen Angaben zufolge waren die beiden Schiffe "Natra" und "Tsirkon" am Freitag auf dem Weg von der Türkei nach Rostow gewesen, als sie im Asowschen Meer beschossen wurden. Sie seien unter den Flaggen Belizes und Palaus gefahren. Angaben aus Baku zufolge befanden sich auf den beiden Frachtschiffen insgesamt 25 aserbaidschanische Besatzungsmitglieder. Die Schiffe gehörten demnach aber keinen Unternehmen aus Aserbaidschan.
Unterdessen explodierte am Freitag im zivilen Teil des Hafens der rumänischen Schwarzmeerstadt Konstanza eine ukrainische Seedrohne. Diese sei durch "elektronische Kampfsysteme" der russischen Armee gestört worden und habe deshalb die "Kontrolle verloren", erklärte die ukrainische Marine im Onlinedienst Facebook. Rumänischen Angaben zufolge kamen dabei keine Menschen zu Schaden.
Die russische Botschaft in Rumänien hatte zuvor bereits erklärt, die Explosion sei durch "unbemannte ukrainische Wasserfahrzeuge" verursacht worden. "Jeder Versuch, diese Drohnen direkt oder indirekt mit Russland in Verbindung zu bringen und Russland die Verantwortung für den Vorfall zuzuschreiben, ist völlig unbegründet."
Die gegenseitigen Angriffe zwischen der Ukraine und Russland dauerten derweil an. Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden vier Menschen durch einen russischen Drohnenangriff auf einen Milch verarbeitenden Betrieb in der Nähe von Kiew getötet. Weitere Todesopfer durch russische Attacken gab es der ukrainischen Armee zufolge in den Regionen Saporischschja, Cherson und Dnipropetrowsk. Insgesamt habe Russland in der Nacht 216 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert, teilte die ukrainische Armee am Freitag mit.
Das russische Verteidigungsministerium gab seinerseits bekannt, in der Nacht 123 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben, unter anderem in der Region Moskau, aber nicht in der Nähe von St. Petersburg, wo derzeit ein Wirtschaftsforum stattfindet.
Ebenfalls am Freitag tauschten die Ukraine und Russland je 185 Kriegsgefangene aus. Die Vereinbarung sei durch die Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate zustande gekommen, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau.
Am Donnerstag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem offenen Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin diesem ein direktes Treffen vorgeschlagen. Als Ort dafür hatte Selenskyj "die Schweiz, die Türkei oder Länder in der arabischen Welt" ins Spiel gebracht. Daraufhin hatte der Kreml erklärt, Selenskyj könne "jederzeit nach Moskau kommen". US-Präsident Donald Trump hatte die Initiative Selenskyjs ebenso begrüßt wie die EU, die Bundesregierung und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.
C.Stoecklin--VB