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Straße von Hormus: Iran droht mit deutlicher Verschärfung der Angriffe
Nach dem Beginn des US-Marineeinsatzes zur Sicherung der Straße von Hormus droht eine erneute militärische Eskalation. Die Armee seines Landes habe mit den Angriffen "noch nicht einmal begonnen", erklärte der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und US-Generalstabschef Dan Caine wollten sich am Dienstag vor der Presse zum Militäreinsatz äußern. Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe vor fast einem Monat hatten die Vereinigten Arabischen Emirate iranische Angriffe gemeldet. Westliche Verbündete der USA, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), forderten von Teheran eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.
"Wir wissen genau, dass die Fortsetzung der gegenwärtigen Situation für die Vereinigten Staaten unhaltbar ist, obwohl wir noch nicht einmal begonnen haben", erklärte Ghalibaf, der auch bei den Verhandlungen über ein Kriegsende die iranische Delegation anführt. Die "bösartige Präsenz" der USA am Persischen Golf werde abnehmen, fügte er hinzu.
Die USA hatten am Montag einen Militäreinsatz zur Sicherung der für den Öl- und Gashandel immens wichtigen Straße von Hormus mit dem Namen "Projekt Freiheit" begonnen. Ziel ist laut US-Präsident Donald Trump, wegen der iranischen Blockade festsitzende Schiffe aus der Meerenge hinaus zu "geleiten".
Die US-Armee erklärte am ersten Einsatztag, dass mindestens sechs iranische Kleinboote angegriffen und zahlreiche Drohnen und Raketenangriffe abgewehrt worden seien, was Teheran dementierte. Iranische Medien hatten zuvor Raketenangriffe auf ein US-Militärschiff sowie Warnschüsse in der Nähe von US-Zerstörern gemeldet - was wiederum Washington zurückwies.
Der dänische Frachtriese Maersk erklärte am Dienstag, dass eines seiner Schiffe, das unter US-Flagge fährt, unter US-Eskorte erfolgreich die Straße von Hormus passiert habe. "Der Transit verlief ohne Zwischenfälle und alle Besatzungsmitglieder sind gesund und munter", teilte Maersk mit. Das iranische Militär hatte damit gedroht, alle US-Streitkräfte anzugreifen, die sich der Handelsroute nähern oder in sie einfahren.
US-Verteidigungsminister Hegseth und Generalstabschef Caine wollten sich am Dienstag um 14.00 Uhr MESZ auf einer Pressekonferenz zum US-Einsatz äußern.
Derweil verzeichneten die Vereinigten Arabischen Emirate erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe vor rund einem Monat iranische Angriffe mit Drohnen und Marschflugkörpern. Nach Angaben örtlicher Behörden löste ein Drohnenangriff in der östlich der Straße von Hormus gelegenen Hafenstadt Fudschaida einen Brand in einer Einrichtung der Energieinfrastruktur aus. Von den Emiraten hieß es zudem, der Iran habe mit Drohnen einen Tanker angegriffen, der mit dem staatlichen emiratischen Ölunternehmen Adnoc in Verbindung steht.
Teheran erklärte, der Iran habe zuvor keine Pläne für Angriffe auf Öleinrichtungen in den Emiraten gehabt, und machte Washingtons Versuch, Irans Blockade der Straße von Hormus zu durchbrechen, für seine Angriffe verantwortlich. Das emiratische Außenministerium kritisierte die Angriffe als "inakzeptabel" und sprach von einer "gefährlichen Eskalation".
In Fudschaida befindet sich einer der wichtigsten Häfen der Emirate. Frachtschiffe können dort anlegen, ohne die seit März vom Iran blockierte Straße von Hormus passieren zu müssen. In der Stadt beginnt zudem eine Erdöl-Pipeline, weitere Ölindustrienanlagen befinden sich dort.
Unterdessen forderten mehrere europäische Verbündete der USA den Iran zu Verhandlungen auf. "Teheran muss an den Verhandlungstisch zurückkehren und aufhören, die Region und die Welt zur Geisel zu nehmen: Die Blockade der Straße von Hormus muss enden", erklärte Bundeskanzler Merz am Montag im Onlinedienst X.
Er und der britische Premierminister Keir Starmer verurteilten die iranischen Angriffe auf die Emirate. "Diese Eskalation muss aufhören", erklärte Starmer. Das saudiarabische Außenministerium brachte seine Besorgnis "über die derzeitige militärische Eskalation in der Region zum Ausdruck" und rief "zur Notwendigkeit der Deeskalation auf".
Trotz der fragilen Feuerpause kommen die Bemühungen zur Beendigung des Iran-Krieges nicht voran. Der iranische Außenminister wollte am Dienstag zu Gesprächen ins verbündete China reisen. Bei dem Besuch in Peking werde Araghtschi seinen chinesischen Amtskollegen Wang Yi treffen, um über die bilateralen Beziehungen sowie über "regionale und internationale Entwicklungen" zu sprechen, teilte das Außenministerium in Teheran mit.
Der Iran-Krieg dürfte zudem am Dienstag auch Thema in Berlin sein, wenn Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) seinen israelischen Kollegen Gideon Saar empfängt.
F.Wagner--VB