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Abnehmspritzen: Millionenstrafe in Frankreich wegen irreführender Werbung
Wegen irreführender Werbung für Abnehmspritzen hat die französische Gesundheitsbehörde zwei Pharmaunternehmen hohe Sanktionen auferlegt. Novo Nordisk und Lilly France sollen zwei Millionen Euro Strafe zahlen, wie die Behörde am Montag in Paris mitteilte. Eine Werbekampagne der Unternehmen zum Thema Fettleibigkeit sei ein Verstoß gegen das Werbeverbot für verschreibungspflichtige Medikamente gewesen. Die Kampagne habe sich auf Plakaten und in Onlinemedien an die breite Öffentlichkeit gerichtet, "vor dem Hintergrund zunehmenden Missbrauchs des Medikaments zur Gewichtsabnahme aus rein ästhetischen Gründen".
Der dänische Hersteller Novo Nordisk vertreibt in Frankreich die Abnehmspritze Wegovy und verhandelt derzeit mit der Regierung über den Preis, der als Basis für die Rückerstattung durch die Krankenkasse dient. Der US-Hersteller Eli Lilly vertreibt den Wirkstoff Tirzepatid unter dem Markennamen Mounjaro. Die Wirkstoffe, die wöchentlich gespritzt werden, signalisieren dem Körper eine Sättigung und senken den Blutzuckerspiegel.
Die Gesundheitsbehörde erklärte, dass sie jegliche Werbekampagne verhindern wolle, die dazu verleiten könnte, Medikamente als wichtigste Behandlungsmethode von Fettleibigkeit darzustellen. Abnehmspritzen seien nur angemessen, wenn eine Ernährungsumstellung keinen Erfolg zeige. Sie müsse immer mit einer kalorienärmeren Ernährung und mehr Bewegung verbunden sein.
Die Medikamente dürften nicht aus ästhetischen Gründen zur Gewichtsreduzierung eingesetzt werden. Sie seien verschreibungspflichtig und nur für die Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas zugelassen.
Experten warnen vor fehlenden Studien zu Langzeitwirkungen der Medikamente. Studien zufolge steigt bei vielen Patienten das Gewicht nach dem Absetzen wieder an. In Deutschland werden die Kosten nicht von den Krankenkassen erstattet.
M.Schneider--VB