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Iran-Krieg: Teheran droht mit Angriffen auf Hotels von US-Soldaten
Rund einen Monat nach Kriegsbeginn hat der Iran mit weiteren Angriffen auf US-Ziele in der Golfregion gedroht. Die iranischen Revolutionsgarden riefen Zivilisten in der Region am Freitag auf, sich von US-Einrichtungen fernzuhalten. Die Armee drohte mit Angriffen auf Hotels, die US-Soldaten beherbergen. Die G7-Außenminister forderten unterdessen ein Ende von Angriffen auf Zivilisten. Israel griff unterdessen zwei Atomanlagen im Iran an.
Nachdem US-Präsident Donald Trump sein Ultimatum an Teheran unter Verweis auf "sehr gut" laufende Gespräche mit dem Iran nochmals verlängert hatte, erneuerten die iranischen Streitkräfte ihre Drohungen gegen die USA und ihre Verbündeten. Die Revolutionsgarden richteten eine Warnung an die Bewohner der Golfstaaten: "Wir empfehlen, Standorte, an denen US-Streitkräfte stationiert sind, dringend zu verlassen", erklärten sie.
Die iranische Armee kündigte an, auch Hotels in der Region ins Visier zu nehmen, in denen US-Armeeangehörige untergebracht sind. "Wir müssen natürlich dort zuschlagen, wo sie sind", drohte Armeesprecher Abolfasl Schekartschi im Staatsfernsehen. Ähnlich äußerte sich Außenminister Abbas Araghtschi. US-Soldaten würden sich "in Hotels und Büros verstecken", erklärte er im Onlinedienst X. Hotels in der Region forderte Araghtschi auf, ihnen Zimmer zu verweigern.
Der iranischen Nachrichtenagentur Fars zufolge schickte der Iran entsprechende "eindringliche Warnungen" an zahlreiche Hotels, insbesondere in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrain. Fars zufolge hat der Iran aber auch Einrichtungen in Syrien, dem Libanon und Dschibuti identifiziert, die von US-Militärangehörigen genutzt würden. Laut dem US-Reionalkommando Centcom wurden seit Kriegsbeginn bereits mehr als 300 US-Soldaten verletzt. Insgesamt 13 US-Soldaten wurden getötet, sieben in der Golf-Region und sechs im Irak.
Israel bestätigte am Abend Berichte über israelische Angriffe auf einen Schwerwasserreaktor sowie eine Uran-Aufbereitungsanlage im Zentrum des Iran. Bei den Angriffen aufdie Atomanlage Chondab (früher Arak) sowie die Uran-Aufbereitungsanlage in Ardakan sei keine Radioaktivität ausgetreten, hieß es in iranischen Staatsmedien.
Den Staatsmedien wurden bei Luftangriffen zudem zwei wichtige Stahlwerke beschädigt. Teheran drohte mit Vergeltung für die Angriffe auf die Stahlfabriken Chusestan und Mobarakeh.
Die G7-Staaten forderten unterdessen einen sofortigen Stopp der Angriffe auf die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur im Iran-Krieg. Nichts rechtfertigte es, Zivilisten ins Visier zu nehmen oder diplomatische Einrichtungen anzugreifen, betonten die G7-Außenminister, darunter auch US-Außenminister Marco Rubio, nach einem Treffen in Frankreich.
Die iranischen Revolutionsgarden bekräftigten derweil die Sperrung der Straße von Hormus für Schiffe mit Verbindungen zu den "Feinden" des Iran. Nach eigenen Angaben hinderten die Revolutionsgarden drei Schiffe daran, die Meerenge zu durchqueren. Nach Angaben des Analyseunternehmens Kpler waren darunter zwei Frachter der chinesischen Reederei Cosco.
Seit Beginn des Iran-Krieges ist die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports läuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den Revolutionsgarden kontrolliert. Die G7-Außenminister forderten eine Aufhebung der Sperrung.
US-Präsident Trump hatte am Donnerstag gesagt, als "Geschenk" und Zeichen des guten Willens habe der Iran zehn Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus genehmigt. Unter Verweis auf Verhandlungen mit Teheran verlängerte Trump erneut das gegen den Iran gerichtete Ultimatum zur Öffnung der Meerenge von Hormus. Teheran dementiert hingegen jegliche Verhandlungen mit den USA.
Rubio sagte, es habe einen "Austausch von Nachrichten" mit dem Iran gegeben. Nach Angaben von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) bereiten Washington und Teheran möglicherweise direkte Verhandlungen über ein Ende des Krieges vor. Diese könnten "recht kurzfristig in Pakistan stattfinden", sagte Wadephul. Er forderte Teheran auf, "ernsthaft" zu verhandeln.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar Luftangriffe auf den Iran gestartet. Teheran greift seitdem Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion an. Am Freitag wurde Kuwaits größter Handelshafen bei einem Angriff beschädigt. Der Hafen von Schuwaich sei am Morgen "von feindlichen Drohnen" angegriffen worden, teilte die kuwaitische Hafenbehörde mit. Nach Regierungsangaben wurde zudem der Hafen Mubarak al-Kabeer mit Drohnen und Raketen angegriffen.
E.Gasser--VB