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Kosovos Ex-Präsident Thaci weist vor Gericht Kriegsverbrechen-Vorwürfe zurück
Vor dem Sondergericht zur Untersuchung von Kriegsverbrechen im Kosovo hat der frühere Präsident Hashim Thaci alle Vorwürfe zurückgewiesen. "Ich bin völlig unschuldig", sagte der frühere Staatschef des Kosovo am Mittwoch bei der letzten Anhörung in dem Prozess in Den Haag. Die Staatsanwaltschaft hat 45 Jahre Haft für Verbrechen während des Kosovo-Kriegs gefordert. Thaci war damals Kommandeur der Befreiungsarmee des Kosovo (UCK).
"Fast drei Jahre lang haben Sie in diesem Gerichtssaal die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft gehört", sagte der 57-jährige Thaci. "Sie haben aber auch die Wahrheit gehört. Es gibt nur eine Wahrheit: Ich bin völlig unschuldig."
Dagegen will die Anklage einen Schuldspruch wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowohl für Thaci als auch für drei weitere frühere Kommandeure der UCK, die ebenfalls angeklagt sind. Bis die Richter ihr Urteil fällen, könnten Monate vergehen.
Der Prozess findet vor dem Gericht Kosovo Specialist Chambers (KSC) in Den Haag statt. Das 2015 eingerichtete Sondertribunal befasst sich speziell mit Verbrechen, die während des Kosovo-Kriegs in den Jahren 1998 und 1999 von UCK-Kämpfern begangen wurden. Damals kämpften die UCK und Serbien um die Kontrolle über das Kosovo. 2008 erklärte das Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien. Die Regierung in Belgrad betrachtet es jedoch nach wie vor als serbische Provinz.
Das von der EU finanzierte KSC-Gericht agiert nach kosovarischem Recht, hat seinen Sitz aber in den Niederlanden, um Zeugen besser vor Einschüchterungsversuchen im Kosovo zu schützen. Thaci, der 2020 nach seiner Anklage als Präsident zurückgetreten war, und seine Mitangeklagten werden im Kosovo als Helden verehrt. Erst am Dienstag hatten in der Hauptstadt Pristina zehntausende Menschen bei einer Großdemonstration ihre Unterstützung für die Angeklagten gezeigt.
C.Kreuzer--VB