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Ramadan: Israel gewährt 10.000 Muslimen aus Westjordanland Zugang zu Al-Aksa-Moschee
Israel will tausenden Muslimen aus dem Westjordanland während des Ramadan den Zugang zur Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem gewähren. "Während des gesamten Fastenmonats Ramadan dürfen 10.000 palästinensische Gläubige den Tempelberg zum Freitagsgebet betreten, sofern sie vorab eine spezielle Tagesgenehmigung erhalten haben", teilte die für zivile Angelegenheiten in den palästinensischen Gebieten zuständigen israelischen Behörde Cogat am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP mit.
Der Besuch auf dem Plateau während des Ramadan ist jedoch auf bestimmte Altersgruppen beschränkt. Männern ist demnach der Zugang zum Tempelberg ab dem Alter von 55 Jahren gestattet, Frauen dürfen das Gelände in der Jerusalemer Altstadt ab 50 Jahren und Kinder bis zu zwölf Jahren in Begleitung eines Verwandten ersten Grades betreten.
Die Regelungen gelten demnach nur für Palästinenser, die aus dem besetzten Westjordanland zum Tempelberg anreisen. Alle Genehmigungen seien von der vorherigen Sicherheitsfreigabe durch die zuständigen Sicherheitsbehörden abhängig. Überdies müssten sich Einwohner, die zum Gebet zum Tempelberg reisen, bei ihrer Rückkehr ins Westjordanland "am Ende des Gebetstages an den Grenzübergängen einer digitalen Dokumentation unterziehen".
Einer der wichtigsten Imame der Al-Aksa-Moschee, Scheich Muhammad al-Abbasi, hatte der Nachrichtenagentur AFP zuvor mitgeteilt, dass ihm die israelischen Behörden wenige Tage vor Ramadan-Beginn für eine Woche den Zutritt zu dem Gotteshaus verweigert hätten. Das Verbot gilt ihm zufolge seit Montag und kann verlängert werden. Ein Grund für die Entscheidung sei ihm nicht mitgeteilt worden.
Der muslimische Fastenmonat beginnt in diesem Jahr am 18. oder 19. Februar und dauert bis zum 19. März. Normalerweise beten mehrere zehntausend Gläubige auf dem Gelände um die Al-Aksa-Moschee. Seit dem Überfall der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel im Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg ist die Zahl der Gläubigen dort wegen Sicherheitsbedenken und israelischer Beschränkungen zurückgegangen.
Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist ein zentraler Streitpunkt des israelisch-palästinensischen Konflikts. Für Muslime ist der Hügel mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee die drittheiligste Stätte nach Mekka und Medina. Jordanien verwaltet diese islamischen Heiligtümer, Israel regelt jedoch den Zugang zum Tempelberg und kann etwa über die Anzahl der Gläubigen entscheiden.
Juden verehren den Tempelberg ihrerseits als ihren heiligsten Ort. Sie dürfen das Gelände betreten, aber dort nicht beten. Zentrale Gebetsstätte ist heute die Klagemauer an der Westseite des Plateaus als einer der Überreste des von den Römern zerstörten Zweiten Tempels.
G.Frei--VB