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Zehntausende demonstrieren im Kosovo gegen Haager Prozess gegen Ex-Präsident Thaci
Im Kosovo haben am Dienstag zehntausende Menschen gegen den Haager Prozess gegen ihren früheren Präsidenten Hashim Thaci und andere Mitglieder der Befreiungsarmee des Kosovo (UCK) demonstriert. Die Menschen zogen am kosovarischen Nationalfeiertag mit UCK-Flaggen durch die Hauptstadt Pristina und skandierten "UCK". Die Veranstalter rechneten mit 200.000 Teilnehmern, darunter auch Präsidentin Vjosa Osmani.
Der Protest fällt mit den Schlussplädoyers vor dem Gericht Kosovo Specialist Chambers (KSC) in Den Haag zusammen. Die Anklägerin des Sondertribunals fordert wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine Haftstrafe von jeweils 45 Jahren für Thaci und drei weitere frühere Kommandeure der UCK. Sie mussten sich seit April 2023 vor dem Gericht wegen Morden, Verschleppung, Verfolgung und Folter während des Kosovo-Kriegs in den Jahren 1998 und 1999 verantworten. Thaci und seine Mitangeklagten hatten sich zu Prozessbeginn für unschuldig erklärt.
Das 2015 eingerichtete Sondertribunal befasst sich speziell mit Verbrechen, die während des Kosovo-Kriegs von UCK-Kämpfern begangen wurden. Damals kämpften die UCK und Serbien um die Kontrolle über das Kosovo. 2008 erklärte das Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien. Die Regierung in Belgrad betrachtet es jedoch nach wie vor als serbische Provinz.
Das von der EU finanzierte KSC-Gericht agiert nach kosovarischem Recht, hat seinen Sitz aber in den Niederlanden, um Zeugen besser vor Einschüchterungsversuchen im Kosovo zu schützen. Thaci, der 2020 nach seiner Anklage als Präsident zurückgetreten war, und seine Mitangeklagten werden im Kosovo als Helden verehrt.
U.Maertens--VB