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Moskau und Kiew verhandeln wieder - Erneute massive Angriffe auf Ostukraine
Im Ringen um ein Ende der Kämpfe in der Ukraine verhandeln Moskau und Kiew nun in Genf. "Wir beginnen eine neue Verhandlungsrunde im trilateralen Format: Ukraine, USA und Russland", schrieb der ukrainische Unterhändler Rustem Umerow am Dienstag auf Facebook, später wurde der Beginn der auf zwei Tage angesetzten direkten Verhandlungen aus russischen Regierungskreisen bestätigt. In der Nacht vor den Gesprächen hatte Russland die Ukraine erneut mit Drohnen und Raketen angegriffen, mindestens drei Menschen wurden getötet.
Zu den geplanten Gesprächsthemen zählten Umerow zufolge "Sicherheitsfragen und humanitäre Fragen". Er beteilige sich "konstruktiv" und "ohne übermäßige Erwartungen", ergänzte er. In Moskau sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow auf Nachfrage eines Journalisten, von den Gesprächen seien für Dienstag keine "Neuigkeiten" zu erwarten, da die Arbeit am Mittwoch weitergeführt werden solle.
Auf russischer Seite hatte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow im Vorfeld erklärt, es verblieben "umfassende" zu klärende Fragen. Moskau wolle nicht nur eine Gefechtspause, sondern ein "dauerhaftes" Abkommen.
Zwei vorherige Gesprächsrunden zwischen ukrainischen und russischen Delegationen in Abu Dhabi hatten kein Ergebnis gebracht. In zentralen Fragen liegen Moskau und Kiew weiterhin weit auseinander. Moskau fordert als Voraussetzung für ein Ende der Kämpfe einen vollständigen Rückzug Kiews aus der Industrieregion Donbass. Die Ukraine lehnt dies jedoch ab.
US-Präsident Donald Trump hatte im Vorfeld der Gespräche im schweizerischen Genf erneut die Ukraine zu einer baldigen Einigung mit Moskau gedrängt. Kiew solle "besser schnell an den Verhandlungstisch kommen", sagte Trump. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz beklagt, die USA würden oft nur die Ukraine zu Zugeständnissen drängen.
In der Nacht vor den Verhandlungen überzog die russische Armee die Ukraine erneut mit massiven Luftangriffen. In der unweit der Front gelegenen ostukrainischen Stadt Slowjansk wurden nach Angaben von Vize-Energieminister Artem Nekrasow drei Mitarbeiter eines Wärmekraftwerks bei einem Angriff auf ihr Fahrzeug getötet. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge wurden landesweit neun weitere Menschen verletzt.
Insgesamt feuerte Russland laut ukrainischer Luftwaffe 29 Raketen und 396 Drohnen ab. 25 Raketen und 367 Drohnen seien abgefangen worden. Nach ukrainischen Angaben zielten die Attacken auf Einrichtungen wichtiger Infrastruktur, Präsident Selenskyj zufolge wurden insgesamt zwölf ukrainische Regionen ins Visier genommen. Allein in der Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa seien zehntausende Menschen von der Wärme- und Wasserversorgung abgeschnitten.
Selenskyj sagte, die nächtliche russische Angriffswelle habe darauf abgezielt, "größtmöglichen Schaden" im Energiesektor der Ukraine anzurichten. Selenskyj und Außenminister Andrij Sybiha warfen Russland vor, mit den Angriffen die "Friedensbemühungen" zu missachten.
Das russische Verteidigungsministerium meldete derweil im Onlinedienst Telegram, in der Nacht seien über 151 ukrainische Drohnen abgefangen oder zerstört worden. 38 der Drohnen seien über der Halbinsel Krim abgewehrt worden, 79 weitere über dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, schrieb im Onlinedienst Telegram von den "längsten Attacken" in der jüngsten Vergangenheit und mehreren Verletzten.
S.Spengler--VB