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EU-Außenbeauftragte Kallas kritisiert Europa-"Bashing" der USA
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die von Vertretern der US-Regierung geäußerte Kritik an Europa zurückgewiesen. Die Vorwürfe, die sie als Europa-"Bashing" bezeichnete, seien haltlos, sagte Kallas am Sonntag bei der Münchner Sicherheitskonferenz. "Anders als manche meinen, steht das woke, dekadente Europa nicht vor dem Untergang seiner Zivilisation."
US-Außenminister Marco Rubio hatte in seiner Rede am Samstag gesagt, seine Regierung wolle ein "starkes" Europa als Verbündeten. "Wir gehören zusammen", betonte er und schlug damit einen anderen Ton an als US-Vizepräsident Vance ein Jahr zuvor. Allerdings machte auch Rubio deutlich, dass die USA von den Europäern verlangten, für ihre eigene Verteidigung zu sorgen und der rigorosen Politik Trumps gegen "Massenmigration" zu folgen, die der Außenminister als Bedrohung für die westlichen Gesellschaften bezeichnete.
"Die Botschaft, die wir gehört haben, lautet, dass Amerika und Europa miteinander verflochten sind, dies in der Vergangenheit waren und auch in Zukunft sein werden. Ich halte das für wichtig", sagte Kallas. Es sei klar, "dass wir nicht in allen Fragen einer Meinung sind, und das wird auch so bleiben", sagte Kallas.
Die dreitägige Sicherheitskonferenz, die am Sonntag endet, stand im Zeichen der Krise im transatlantischen Verhältnis. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte in seiner Eröffnungsrede am Freitag von einer wachsenden Entfremdung im Verhältnis zu den USA gesprochen. "Zwischen Europa und den Vereinigten Staaten hat sich eine Kluft, ein tiefer Graben aufgetan", sagte Merz. Er rief dazu auf, das "transatlantische Vertrauen zu reparieren und wiederzubeleben".
F.Fehr--VB