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Gewerkschaft EVG dringt auf konkrete Ergebnisse des Bahn-Sicherheitsgipfels
Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters hat die Gewerkschaft EVG dringende Forderungen an den Sicherheitsgipfel der Bahn am Freitag in Berlin gestellt. "Wir akzeptieren nicht, dass sich Eisenbahnerinnen und Eisenbahner in Lebensgefahr begeben, sobald sie ihre Schicht antreten", hieß es am Donnerstag aus der Gewerkschaft. Für eine bessere Sicherheit fordert sie personelle Doppelbesetzungen in Zügen, Bodycams mit Ton und härtere Strafen bei Angriffen.
Ein 36-jähriger Zugbegleiter war Anfang Februar in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz von einem Schwarzfahrer lebensbedrohlich verletzt worden und gestorben. Er hatte den Reisenden kontrolliert und wollte ihn wegen des fehlenden Fahrscheins des Zugs verweisen. Daraufhin soll der 26-Jährige dem Zugbegleiter mehrere heftige Faustschläge versetzt haben. Der Bahn-Mitarbeiter starb laut Staatsanwaltschaft an einer Hirnblutung infolge stumpfer Gewalt gegen den Kopf.
"Wir trauern immer noch. Aber die Trauer schlägt in Wut um", sagte dazu der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert am Donnerstag in Berlin. Er bekomme täglich Zuschriften von Kolleginnen und Kollegen, dass alles getan werden müsse, damit sich an der Situation etwas ändere. Sicherheit sei für die EVG "nicht verhandelbar", sagte Burkert und dürfe "nicht am Geld scheitern".
Die EVG verwies vor diesem Hintergrund auf eine Umfrage von 2024, wonach 82 Prozent der Beschäftigten im Kundenkontakt bereits verbale oder körperliche Übergriffe und Anfeindungen im Dienst erlebt haben. Die Bilanz der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sei "alarmierend". Für 63 Prozent habe sich das Sicherheitsempfinden teils deutlich verschlechtert, 36 Prozent fühlten sich bei der Arbeit nicht mehr sicher. Im Frühjahr soll es Ergebnisse einer aktuellen Befragung geben.
Am Freitag findet auf Einladung der Bahn ein Sicherheitsgipfel statt, an dem auch Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Beteiligte aus den Länderministerien, Vertreter der Sicherheitsbehörden sowie die Gewerkschaften EVG und GDL teilnehmen. Ziel sei es, "dass Maßnahmen für mehr Sicherheit der Mitarbeitenden und Reisenden konsequent umgesetzt, verstärkt und ergänzt werden", teilte die Bahn dazu mit. Dies sei eine Gemeinschaftsaufgabe von Bahnunternehmen, Bundesbehörden, Ländern und Aufgabenträgern.
Die EVG setzt sich dafür ein, dass niemand mehr allein in einem Zug eingesetzt wird und fordert eine "flächendeckende Doppelbesetzung". Außerdem müsse es Bodycams mit Tonaufzeichnung für alle Beschäftigten im Kundenkontakt geben. Nicht zuletzt spricht sich die Gewerkschaft für höhere Strafen bei Angriffen auf Beschäftigte im Bahnverkehr aus. Das Thema Sicherheit müsse nun "Chefsache" sein, forderte Burkert. Dabei müsse auch aufhören, dass Bund und Länder sich gegenseitig die Verantwortung zuschöben.
A.Zbinden--VB