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Luftkampfsystem FCAS: Entscheidung bald erwartet - Kampfjet-Bau mit Frankreich offen
Als Luftkampfsystem der Zukunft gestartet, ist das deutsch-französische Rüstungsprojekt FCAS immer wieder verschoben worden. Jetzt erwartet die Bundesregierung nach Angaben eines Sprechers in den kommenden Wochen eine Entscheidung zur Zukunft des 100 Milliarden Euro schweren Vorhabens. Offen ist dabei, ob tatsächlich noch ein Kampfjet gemeinsam mit Frankreich gebaut wird oder nur andere Komponenten wie Drohnen, Triebwerke oder Kommunikationssoftware.
Deutschland befinde sich zum FCAS-Kampfjetprojekt "derzeit in einem intensiven Dialog mit Frankreich", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Mittwoch in Berlin. "Und ich gehe davon aus, dass wir hier innerhalb der nächsten Wochen auch zu einer gemeinsamen Entscheidung kommen werden."
Ob es wie ursprünglich geplant einen gemeinsam mit Frankreich entwickelten hochmodernen Kampfjet geben wird, scheint angesichts der Streitigkeiten zwischen den beteiligten Rüstungskonzernen Dassault und Airbus inzwischen fraglich. Der Regierungssprecher verwies dabei auf Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) von Ende Januar. Merz hatte damals gesagt, es werde "in jedem Falle gemeinsame Systeme" mit Frankreich geben. "Darüber, inwieweit wir auch gemeinsame Flugzeuge weiterentwickeln und bauen", würden mit Paris Gespräche geführt.
FCAS steht für Future Combat Air System. Zu diesem Luftkampfsystem der Zukunft sollen auch Drohnen und neuartige Kommunikationssysteme gehören. Es soll ab den 2040er Jahren das Rückgrat der deutsch-französischen Luftverteidigung bilden und die Kampfjets vom Typ Eurofighter und Rafale ersetzen. Als dritter Partnerstaat ist auch Spanien an dem Projekt beteiligt.
Der französische Dassault-Konzern beansprucht bei dem Kampfjet aber inzwischen eine Führungsrolle, was die bislang ausgehandelte Aufgabenverteilung durcheinander bringen würde. Im Gespräch ist daher mittlerweile, dass beide Seiten jeweils einen eigenen Kampfjet auf Grundlage einer gemeinsamen FCAS-Plattform entwickeln.
Diese Variante hält auch die SPD-Verteidigungspolitikern Siemtje Möller für möglich. "Wir wollen ein Kampfflugzeug der 6. Generation entwickeln", sagte Möller im Deutschlandfunk. FCAS sei jedoch mehr "als nur ein Kampfflugzeug". Auf Grundlage einer gemeinsamen Basis könnten "bestimmte Anteile national weiter entwickelt" werden. Das diene "den Ausrichtungen der jeweiligen Streitkräfte" und sei auch militärisch sinnvoll, sagte die SPD-Verteidigungspolitikerin.
Sie verwies dabei auf unterschiedliche Prioritäten bei der Entwicklung supermoderner Kampfjets. Während die Franzosen etwa Fähigkeiten bräuchten, "mit denen sie auch auf einem Flugzeugträger landen oder Atomwaffen tragen können", benötige die deutsche Luftwaffe eher ein schnelles Jagdflugzeug.
Denkbar ist, dass sich Deutschland bei der Entwicklung eines solchen Kampfjets mit Schweden zusammentut. Aber auch eine Beteiligung an dem britisch-italienisch-japanischen Tarnkappenbomber-Projekt GCAP (Global Combat Air Programme) ist theoretisch möglich.
Dass "FCAS als Gesamtprojekt scheitern wird", glaube sie nicht, sagte Möller. Bei anderen Komponenten des Systems gebe es "eine ganze Reihe von Dingen, die gemeinsam entwickelt werden können". Dabei gehe es unter anderem um die so genannte Combat Cloud, über die die einzelnen Systembestandteile kommunizieren sollen sowie Drohnen und Triebwerke. Daher gehe es "eher um eine Adaption denn um ein Ende des Gesamtprojektes".
Der SPD-Haushalts- und Verteidigungsexperte Andreas Schwarz dringt auf eine rasche Entscheidung im Ringen um das FCAS-Vorhaben. Aufgrund der Bedeutung und Wichtigkeit des Projektes müsse eine Entscheidung zeitnah getroffen werden, sagte Schwarz der "Rheinischen Post" vom Mittwoch. "In Europa gibt es Alternativpartner und das sollte Dassault und (Frankreichs Präsident Emmanuel) Macron bewusst sein."
M.Vogt--VB