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Handelsabkommen zwischen Indien und USA: Trump hebt Strafzölle auf
Die USA und Indien bauen ihre Beziehungen aus: Wenige Tage nach dem Abschluss eines Handelsabkommens mit Indien hat US-Präsident Donald Trump von ihm verhängte Strafzölle in Höhe von 25 Prozent gegen das Land aufgehoben. In dem am Freitag von Trump unterzeichneten Dekret heißt es, Indien habe "sich verpflichtet, den direkten oder indirekten Import von Öl aus Russland einzustellen". Indiens Premierminister Narendra Modi pries die Einigung als "großartige Neuigkeit".
Die Strafzölle wurden mit Wirkung zum Samstag um 00.01 Uhr US-Ostküstenzeit (06.01 MEZ) gestrichen. Trump hatte diese zusätzlichen Zölle wegen der indischen Importe von russischem Erdöl verhängt. Die US-Regierung hatte Neu Delhi in den vergangenen Monaten vorgeworfen, mit dem Kauf von Öl aus Russland den russischen Krieg gegen die Ukraine zu befördern.
Nach China galt Indien bisher als größter Ölkunde Russlands. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast vier Jahren war der Anteil der russischen Lieferungen an den indischen Rohölimporten von zwei auf fast 36 Prozent im Jahr 2024 gestiegen.
Zu einem Verzicht auf russisches Erdöl äußerte Modi sich nicht. Indiens Premierminister pries jedoch den "persönlichen Einsatz" von Trump für die Stärkung der bilateralen Beziehungen. Die Einigung spiegele "die wachsende Tiefe, das Vertrauen und die Dynamik" zwischen beiden Ländern wider und sei eine "großartige Neuigkeit für Indien und die USA", erklärte Modi am Samstag im Onlinedienst X.
Laut einer Mitteilung des Weißen Hauses umfasst das Handelsabkommen mit Indien die Abschaffung von Zöllen auf bestimmte Flugzeuge und Flugzeugteile. Zudem wolle Indien in den kommenden fünf Jahren Energieträger, Flugzeuge und Flugzeugteile, Edelmetalle, Technologieprodukte und Kokskohle im Wert von 500 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 423,1 Milliarden Euro) aus den USA kaufen.
Das Abkommen werde Indien "einen Markt im Wert von 30 Billion Dollar" (25,4 Billion Euro) eröffnen, erklärte der indische Handelsminister Piyush Goyal. Zugleich schütze die Vereinbarung sensible Agrar- und Milchprodukte Indiens, darunter Mais, Weizen, Reis, Soja, Geflügel und Milch.
"Dieses Rahmenwerk wird widerstandsfähige und vertrauenswürdige Lieferketten stärken und zum globalen Wachstum beitragen", fügte Modi hinzu. Zudem eröffne es neue Möglichkeiten für indische Landwirte, Unternehmer und Fischer.
Der Regierung in Neu Delhi zufolge einigten sich Indien und die USA zudem auf eine Ausweitung ihrer Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Das Handelsabkommen zwischen Washington und Ne Delhi soll voraussichtlich im März formell unterzeichnet werden.
Auch sogenannte reziproke Zölle auf Produkte aus Indien werden dem Handelsabkommen zufolge auf 18 statt bislang 25 Prozent gesenkt. Das Abkommen markiert damit eine erhebliche Senkung der US-Zölle auf indische Produkte, die Ende vergangenen Jahres noch bei insgesamt 50 Prozent lagen.
Indien ist mit rund 1,4 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde und dürfte Schätzungen zufolge in diesem Jahr zur viertgrößten Volkswirtschaft aufsteigen.
Auch die Europäische Union hatte zuletzt ein Handelsabkommen mit Indien geschlossen. Im Januar unterzeichneten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Modi ein Abkommen, das Zölle auf zahlreiche Produkte senkt oder ganz abschafft, darunter Autos, Chemieprodukte, Wein und Pasta. Die EU ist bereits Indiens größter Handelspartner.
T.Ziegler--VB