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Überlebender des rassistischen Anschlags von Hanau an Spätfolgen gestorben
Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau ist ein weiteres Opfer an den Spätfolgen seiner schweren Verletzungen gestorben. Wie die hessische Stadt am Freitag mitteilte, starb Ibrahim Akkus bereits am 10. Januar mit 70 Jahren. Akkus habe lange unter den körperlichen und seelischen Folgen des Anschlags gelitten.
Am 19. Februar 2020 hatte Tobias R. in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund sowie seine Mutter und sich selbst getötet. Die Behörden stuften die Tat als rechtsextrem und rassistisch motiviert ein. In einer Bar schoss R. auf Akkus, dieser wurde dabei schwer verletzt.
Monatelang habe er im Krankenhaus behandelt und mehrmals operiert werden müssen, teilte die Stadt mit. Wegen seiner schweren Verletzungen sei er auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen. Zuletzt habe er sein Krankenbett nur noch selten verlassen können, seine Frau und seine Tochter hätten ihn jahrelang mit großer Hingabe gepflegt.
Die traumatischen Ereignisse vom Februar 2020 begleiteten Akkus bis zuletzt, wie die Stadt ausführte. Schon vor dem Anschlag hätte er als Folge einer Diabetes-Erkrankung ein Bein verloren und eine Prothese getragen. Trotzdem sei er mobil und selbstständig gewesen: In einem Interview habe er später erzählt, dass er vor dem Angriff überall zu Fuß unterwegs gewesen sei.
"Mit dem Tod von Ibrahim Akkus verlieren wir einen Menschen, dessen Leben durch den rassistischen Terroranschlag in unserer Stadt auf grausame Weise zerstört wurde", erklärte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD).
Sein Schicksal sei "Mahnung und Auftrag zugleich", führte Kaminsky aus und beteuerte: "Hanau steht an der Seite der Opfer und ihrer Angehörigen". Die Stadt werde "weiter alles daransetzen, dass Erinnerung, Verantwortung und der Einsatz gegen Rassismus und menschenfeindliche Ideologien fester Bestandteil unseres Handelns bleiben".
W.Huber--VB