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Laschet: Grönland-Drohung von Trump lenkt von "wirklich wichtigen Konflikten" ab
Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hat den durch Drohungen von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Konflikt um Grönland als Ablenkung "von den wirklich wichtigen Konflikten und Krisen" kritisiert. "Keiner redet im Moment mehr über die Ukraine, weil alles über Grönland redet", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Auch die Lage in Venezuela sei nicht gelöst, dazu kämen die Ereignisse etwa im Iran.
Die Entsendung von Soldaten der Bundeswehr und anderen europäischen Staaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland bezeichnete Laschet als "ein Signal". Damit würden die von Trump vorgebrachten Argumente für eine Übernahme durch die USA "geschwächt". Es gehe darum zu demonstrieren, dass "die Nato mit den Europäern die Sicherheit Grönlands gegen Dritte garantieren" könne, sagte er. Das geschehe "am liebsten" gemeinsam mit den USA. Die Mission sei kein Militäreinsatz.
Laschet bezweifelte zugleich die Motive Trumps, der die Drohung einer Übernahme der zu Dänemark gehörenden Insel mit Sicherheitsinteressen der USA begründet. "Ich glaube, ihm geht es um mehr, aber nicht um die Nato-Sicherheit", sagte der Außenpolitiker. Die Sicherheit im arktischen Raum könne von der Nato gemeinsam garantiert werden.
Erstaunlich sei auch, dass Trump die mögliche Übernahme Grönlands mit der Sorge vor Russland und China begründe, fügte Laschet an. In der jüngst veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie der USA würden diese nicht als Bedrohung genannt. Das passe nicht zusammen.
Trump hatte zuletzt immer wieder einen US-Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Ein Krisentreffen von USA, Dänemark und Grönland in Washington war am Mittwoch ergebnislos zu Ende gegangen. Trump hält nach dänischen Angaben an seinen Plänen zur Aneignung von Grönland fest. Die dänische Regierung lehnt dies strikt ab. Sowohl die USA als auch Dänemark gehören zur Nato, Dänemark ist außerdem EU-Mitglied.
Vor dem Hintergrund der US-Drohungen begannen Deutschland und mehrere andere Nato-Staaten am Donnerstag mit einer Erkundungsmission auf der Arktisinsel. 15 französische Staaten trafen nach Angaben der französischen Regierung bereits ein, am Freitag soll ein Kommando der Bundeswehr folgen. Geplant ist die Entsendung von 13 Soldaten.
R.Buehler--VB