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Putin: Rückzug der Ukraine Bedingung für Kampfende - US-Plan mögliche Verhandlungsbasis
Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Rückzug der Ukraine aus den von Moskau beanspruchten Gebieten zur Bedingung für eine Einstellung der Kämpfe gemacht. Andernfalls werde Russland den Rückzug durch "militärische Mittel" erzwingen, sagte der Kremlchef am Donnerstag bei einem Besuch in Kirgisistan. Die russischen Truppen könnten praktisch nicht aufgehalten werden. Den überarbeiteten US-Plan für die Ukraine bezeichnete Putin als mögliche "Grundlage für zukünftige Vereinbarungen".
"Wenn die ukrainischen Truppen die von ihnen gehaltenen Gebiete verlassen, werden wir die Kampfeinsätze beenden", sagte Putin vor Journalisten in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. "Wenn sie dies nicht tun, werden wir dies mit militärischen Mitteln erreichen", fügte der Kremlchef hinzu.
Aus welchen Regionen genau sich die ukrainischen Truppen zurückziehen sollten, sagte Putin nicht. Russland fordert die vollständige Abtretung der vier Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja. Donezk und Luhansk im Osten der Ukraine gelten als Priorität für Moskau, die Abtretung dieser Gebiete, die Russland nicht vollständig besetzt hält, war auch Teil des ursprünglichen, von den USA vorgelegten 28-Punkte-Plans zur Beendigung des Ukraine-Kriegs.
Der Text wurde nach Kritik aus Kiew und von EU-Staaten abgeändert. Putin liegt dieser neue, laut Verhandlungskreisen auf rund 20 Punkte reduzierte Plan vor. "Insgesamt stimmen wir zu, dass dieser die Grundlage für künftige Vereinbarungen sein kann", sagte Putin in Bischkek. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte die Verhandlungen am Mittwoch als "ernsthaft" bezeichnet.
In der kommenden Woche wird der US-Sondergesandte Steve Witkoff zu weiteren Gesprächen über die Vorschläge in Moskau erwartet. US-Verteidigungsstaatssekretär Dan Driscoll wird nach Angaben der ukrainischen Regierung noch im Laufe der Woche in Kiew erwartet.
Russland kontrolliert derzeit ein Fünftel des ukrainischen Territoriums. Die Ukraine hat Gebietsabtretungen mehrfach kategorisch abgelehnt.
Putin sagte am Donnerstag weiter, die russische Armee habe wichtige Städte wie Pokrowsk und Myrnograd in Donezk komplett umstellt. Zudem rückten die Truppen auf Wowtschansk in Charkiw, Siwersk in Donezk und Guliaipole in Saporischschja vor. Es sei "praktisch unmöglich", die russische Armee zu stoppen. "Es gibt wenig, was dagegen getan werden kann", fügte Putin hinzu.
Nach Angaben des in Washington ansässigen Instituts für Kriegsstudien (ISW) kommt die russische Armee bei ihrem Vormarsch in der Ukraine im Vergleich zum Vorjahr besser voran: 2025 eroberten die Kreml-Truppen demnach monatlich im Durchschnitt 467 Quadratkilometer.
Putin sagte in Kirgisistan zudem, sein Land habe nicht die Absicht, EU-Staaten anzugreifen. Moskau bereite aber wirtschaftliche "Vergeltungsmaßnahmen" vor, sollten russische Vermögenswerte eingefroren werden. Russland hat die Ukraine im Februar 2022 überfallen und damit den schlimmsten bewaffneten Konflikt in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ausgelöst.
J.Marty--VB