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Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan: Taliban melden zehn Tote bei Angriffen
Im Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan haben pakistanische Sicherheitskräfte nach Angaben der Taliban-Regierung in Kabul in mehreren Grenzregionen Angriffe ausgeführt. Bei einer der Attacken seien neun Kinder und eine Frau getötet worden, erklärte der afghanische Regierungssprecher Sabihullah Mudschahid am Dienstag im Onlinedienst X. Afghanistan werde Vergeltung üben. Die pakistanische Armee bestritt hingegen, Ziele in Afghanistan angegriffen zu haben.
Insgesamt gab es laut Mudschahid Angriffe in drei Grenzregionen. In der Region Chos griffen "die pakistanischen Invasionskräfte (...) das Haus eines zivilen Bewohners mit Bomben an", erklärte der Taliban-Sprecher. Dabei seien die neun Kinder und die Frau getötet worden. Pakistan habe für die Angriffe Drohnen und Kampfflugzeuge eingesetzt, teilte ein Sprecher der Regionalregierung von Chost mit.
Bei den weiteren Luftangriffen in den Regionen Kunar und Paktika seien vier Zivilisten verletzt worden, teilte Mudschahid weiter mit. Afghanistan habe das Recht, "seinen Luftraum, sein Territorium und sein Volk zu verteidigen und im richtigen Moment angemessen zu antworten".
Die pakistanische Armee hingegen bezeichnete die Vorwürfe "der afghanischen Übergangsregierung" als "haltlos". "Pakistan hat Afghanistan nicht angegriffen", sagte Militärsprecher Ahmed Sharif Chaudhry im Staatsfernsehen PTV.
Die Angriffe in Afghanistan folgten auf einen Selbstmordanschlag auf eine Militäreinrichtung in der pakistanischen Grenzregion Khyber Pakhtunkhwa. Bei dem Angriff auf das Hauptquartier der pakistanischen Grenzschutzeinheit waren am Montag drei Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet und elf weitere verletzt worden.
Zu dem Anschlag bekannte sich niemand. Dem pakistanischen Staatsfernsehen zufolge wurde er von Afghanen ausgeführt. Pakistans Präsident Asif Sardari machte die ideologisch mit den Taliban verbundene Miliz Tehreek-e-Taliban (TTP) verantwortlich, auch als pakistanische Taliban bekannt.
Seit der Rückkehr der radikalislamischen Taliban an die Macht in Afghanistan im August 2021 gibt es immer wieder Scharmützel zwischen Einheiten der beiden Nachbarländer. Im Oktober verschärfte sich der Konflikt. Auslöser waren Explosionen in Kabul, für welche die Taliban Pakistan verantwortlich gemacht hatten.
Bei einwöchigen Kämpfen im Grenzgebiet wurden nach UN-Angaben mehr als 70 Menschen getötet, darunter dutzende afghanische Zivilisten. Die beiden Nachbarländer vereinbarten schließlich eine Waffenruhe, konnten sich aber bislang nicht auf Details einigen. Seit dem 12. Oktober sind die Grenzen geschlossen.
K.Sutter--VB