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Folgen der Corona-Pandemie treffen Geringverdiener besonders hart
Die Folgen der Corona-Pandemie treffen laut Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag insbesondere Beschäftigte in prekären Arbeitsverhältnissen. Bei Minijobbern, Leiharbeitern oder befristet Beschäftigten fiel der Erwerbsrückgang demnach mit minus 5,2 Prozent mehr als drei mal höher aus als bei Normalbeschäftigten, wie die "Rheinische Post" am Montag aus der Antwort zitierte. Besonders betroffen waren demnach Minijobber, die keinen Anspruch auf Sozialleistungen hatten.
Laut Angaben der Regierung fiel der Erwerbsrückgang in bestimmten Bereichen noch deutlich höher aus, im Gastgewerbe etwa um 27 Prozent. Zwar hätten Menschen mit befristeten Arbeitsverhältnissen oder in Zeitarbeit Anspruch auf Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld. Da die Löhne in diesen prekären Beschäftigungsverhältnissen jedoch häufig deutlich niedriger seien, fielen auch die Ansprüche geringer aus als bei regulär Beschäftigten.
"Unternehmen schätzen die Flexibilität von Leiharbeit, Befristungen und Minijobs - die Zeche zahlen aber die Beschäftigten und die Allgemeinheit", sagte die Vizefraktionsvorsitzende der Linken, Susanne Ferschl, der "Rheinischen Post". Sie forderte, dass fehlende Ansprüche in der Sozialversicherung vom Staat subventioniert werden müssten.
Die "Augsburger Allgemeine" berichtete am Montag unter Berufung auf die Antwort auf eine weitere Anfrage Ferschls, dass 2020 jeder dritte Arbeitsvertrag bei Neueinstellung nur befristet abgeschlossen worden sei - betroffen seien 1,25 Millionen Menschen gewesen. Ein Viertel von ihnen habe eine Beschäftigungsgarantie von maximal 18 Monaten erhalten. Insgesamt liege der Anteil aller befristeter Arbeitsverhältnisse in Deutschland bei 7,5 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
Ferschl kritisierte in der "Augsburger Allgemeinen", dass die Bundesregierung zu wenig gegen die sogenannten sachgrundlose Befristung von Arbeitsverhältnisse unternehme. "Gerade sachgrundlose Befristungen dienen der Disziplinierung von Beschäftigten", sagte Ferschl. "Denn wem Hartz IV droht, der muckt nicht auf und nimmt schlechte Löhne und Arbeitsbedingungen eher in Kauf". Die Arbeitgeber könnten so das unternehmerische Risiko auf ihre Angestellten abwälzen. Ferschl forderte ein Verbot von sachgrundlosen Befristungen.
O.Bulka--BTB