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Scharfe Kritik an Brandanschlag auf Moschee im Westjordanland
Der mutmaßliche Brandanschlag auf eine Moschee im Westjordanland durch radikale israelische Siedler ist international scharf verurteilt worden. UN-Generalsekretär António Guterres kritisierte am Donnerstag nach Angaben seines Sprechers "solche Gewalttaten und die Schändung religiöser Stätten" als "inakzeptabel". "Solche Vorfälle sind Teil einer zunehmenden Tendenz zu extremistischer Gewalt, welche die Spannungen verschärft und sofort beendet werden muss", sagte Guterres' Sprecher Stéphane Dujarric.
Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte im Onlinedienst X: "Wir verurteilen den Brandanschlag auf eine Moschee in Deir Istija im Westjordanland. Die jüngste Zunahme der Gewalt durch extremistische Siedler ist zutiefst besorgniserregend." Die Gewalt müsse gestoppt, die Vorfälle müssten gründlich untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, forderte das Auswärtige Amt.
Das Außenministerium der palästinensischen Autonomiebehörde hatte zuvor erklärt, israelische Siedler hätten die Hadschdscha Hamida-Moschee nahe dem Dorf Deir Istija im Norden des Westjordanlandes in Brand gesetzt.
Das Außenministerium in Ramallah verurteilte den Brandanschlag als Angriff auf "die Heiligkeit von Gebetsstätten". Das zeige "den tiefsitzenden Rassismus, der die Siedler unter dem Schutz der Besatzungsmacht antreibt", erklärte das Ministerium in Ramallah unter Verwendung seiner Bezeichnung für Israel.
Bilder der Nachrichtenagentur AFP von der Moschee zeigten verbrannte Korane und rußgeschwärzte Wände. Auf einer Wand der Moschee waren außerdem Graffiti zu sehen.
Die israelische Armee erklärte, Sicherheitskräfte seien nach "einer Meldung und Aufnahmen (...) über Verdächtige, die eine Moschee in Brand gesetzt und Graffiti gesprüht hatten", entsandt worden. In der Erklärung hieß es, es seien keine Verdächtigen identifiziert worden. Die Armee verurteile "jede Form von Gewalt und wird weiterhin für die Sicherheit und Ordnung in der Region sorgen", hieß es weiter.
Der Angriff auf die Moschee ereignete sich einen Tag, nachdem Israels Armeechef Ejal Samir die Gewalttaten radikaler jüdischer Siedler verurteilt und versprochen hatte, diese zu stoppen. "Diese Taten stehen im Widerspruch zu unseren Werten, übertreten eine rote Linie und lenken die Aufmerksamkeit unserer Truppen von ihrer Mission ab", erklärte Samir am Mittwoch.
Zuvor am Donnerstag hatte die israelische Armee die Tötung von zwei bewaffneten Palästinensern gemeldet, die sich der israelischen Siedlung Karmei Zur genähert hätten. Es habe sich um "Terroristen" gehandelt, die einen "Terroranschlag" verüben wollten, erklärte die Armee.
Seit dem Überfall der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Krieg im Gazastreifen ist auch die Gewalt im Westjordanland eskaliert. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Ramallah wurden seitdem mindestens 1003 Palästinenser im Westjordanland getötet, dazu werden demnach auch bewaffnete Angreifer gezählt. Im gleichen Zeitraum wurden nach israelischen Angaben mindestens 43 Israelis bei palästinensischen Anschlägen getötet.
Israel hält das Westjordanland seit dem Ende des Sechstagekriegs 1967 besetzt. In den vergangenen Jahren hat sich dort der Bau israelischer Siedlungen beschleunigt. In dem Gebiet leben rund drei Millionen Palästinenser und etwa 500.000 Israelis. Völkerrechtlich sind alle Siedlungen in dem Palästinensergebiet illegal.
F.Stadler--VB