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Trump droht Kanada kurz vor WM-Finale mit neuen Strafzöllen wegen Waldbränden
Kurz vor dem WM-Finale an der Ostküste der USA hat Präsident Donald Trump Kanada wegen der hohen Luftverschmutzung durch Brände mit neuen Strafzöllen gedroht. Die Waldbrände in dem Nachbarland seien durch "grobe Fahrlässigkeit" entstanden und kosteten die USA "Milliarden von Dollar", erklärte Trump am Freitag (Ortszeit). Diese Kosten müsse Kanada über weitere Zölle tragen. Nahe des ebenfalls betroffenen New York soll am Sonntag das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden.
"Die Vereinigten Staaten werden unnötigerweise von einer schmutzigen, verschmutzten und gesundheitsschädlichen Luft heimgesucht, deren Qualität eine völlig inakzeptable Gefahr darstellt!", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. "Das ist grobe Fahrlässigkeit und entwickelt sich zu einem jährlichen Ereignis, das die Vereinigten Staaten Milliarden von Dollar kostet."
Die "Kosten dieser Verschmutzung" müssten "zwangsläufig" zu den Zöllen hinzugerechnet werden, die Kanada derzeit zahle, schrieb Trump weiter. Er werde den kanadischen Premierminister Mark Carney anrufen, "um herauszufinden, was sie wegen des Rauchs zu tun gedenken".
Trump warf Kanada vor, seine Wälder "nicht ordnungsgemäß instand zu halten" und es zu versäumen, "grundlegendes Waldmanagement und die Beseitigung von Schutt" vorzunehmen.
Kanadas Katastrophenschutzministerin Eleanor Olszewski sagte, Kanada und die USA stünden in "ständigem Kontakt", und verwies auf ihre "lange Geschichte der Zusammenarbeit im Kampf gegen Waldbrände". Sie fügte hinzu, dass Kanada seit 2020 Milliardensummen in die Nachhaltigkeit der Wälder und die Brandprävention investiert habe.
Wie die kanadischen Behörden mitteilten, waren am Samstag noch rund 950 Brände aktiv, die meisten davon nicht unter Kontrolle.
Wegen des Rauchs gab es Besorgnisse, dass vielleicht das Finale der Fußball-WM der Männer in East Rutherford im Bundesstaat New Jersey am Sonntag verschoben oder verlegt werden muss. Die voraussichtlichen Schadstoffwerte rund um das Endspiel (15.00 Uhr Ortszeit, 21.00 Uhr MESZ) seien jedoch "keineswegs extrem", sagte der Leiter der Abteilung für Pneumologie an der University of British Columbia in Kanada, Christopher Carlsten, der Nachrichtenagentur AFP.
"Optimal ist es allerdings auch nicht", sagte Carlsten. Er erläuterte, dass vor allem die Lungen durch die Partikel im Rauch betroffen seien, während der durch Fahrzeuge verursachte Feinstaub eher aufs Herz schlage. Je weiter der Rauch treibe, umso schädlicher werde er. Dies liege an einer Serie von chemischen Reaktionen in der Luft.
Die Spieler der Finalteilnehmer Argentinien und Spanien seien zwar "weit davon entfernt, ernsthafte gesundheitliche Probleme zu bekommen", sagte Carlsten. Dennoch könne deren Leistungsfähigkeit "beeinträchtigt" werden. "Bei den Fans mache ich mir vor allem wegen der kurzfristigen Auswirkungen etwas mehr Sorgen, denn bei Zehntausenden von Menschen wird es zwangsläufig einige geben, die gesundheitlich anfälliger sind."
Zudem schränkte Carlsten ein, dass es ein Szenario gebe, "in dem sich die Dinge leider nicht so gut entwickeln wie erwartet – was das Wetter, den Wind und Ähnliches betrifft – und der zuvor von mir genannte prognostizierte Wert zum Zeitpunkt der Veranstaltung deutlich schlechter ausfällt". Der Experte erwartet einen Schadstoffwert von zehn bis 20 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Wert für die allgemeine Gesundheit liegt eher bei fünf.
Am Donnerstag war die Silhouette der Wolkenkratzer des New Yorker Stadtteils Manhattan nahezu unsichtbar. Trotz einer Verbesserung am Freitag könnte sich der Rauch bis Samstag wieder verdichten, teilte der US-Wetterdienst (NWS) mit.
Die Organisatoren beobachteten die Lage genau, hatte der WM-Verantwortliche im Weißen Haus, Andrew Giuliani, am Freitag gesagt. Trump will sich das Finale zwischen Spanien und Argentinien am Sonntag im MetLife-Stadion in New Jersey persönlich anschauen. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez wird ebenfalls erwartet.
Der gesundheitsgefährdende Waldbrand-Rauch aus Kanada hatte in den vergangenen Tagen nicht nur New York, sondern auch andere Millionenstädte wie Chicago erreicht. Am Freitag gaben die Behörden auch in Washington eine Warnung wegen sehr hoher Feinstaubbelastung aus. In Städten im Mittleren Westen und im Nordosten der USA trugen Menschen Masken, um sich vor dem Rauch zu schützen. In New York verteilten Büchereien und Bahnhöfe sie kostenlos.
Die Brände fielen mit einer Hitzewelle zusammen, die sich vom Westen der USA bis an die Ostküste und nach Kanada ausdehnte.
C.Kreuzer--VB