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Nach Vonovia-Niederlage vor Gericht: Finanztip rät Mietern zur Nebenkostenprüfung
Nach einer Niederlage des Immobilienkonzerns Vonovia vor Gericht rät das Verbraucherportal Finanztip Mieterinnen und Mietern eine genaue Prüfung ihrer Nebenkostenabrechnungen. "Wenn Vermieter beispielsweise deutlich höhere Versicherungskosten abrechnen als marktüblich, handeln sie womöglich rechtswidrig", erklärte Finanztip-Rechtsexpertin Britta Beate Schön am Freitag. Mieter sollten "überhöhte Beträge" zurückfordern. Finanztip bezieht sich auf ein Urteil des Amtsgerichts Schöneberg. (Az. 11 C 357/25)
Dieses Urteil könnte "Signalwirkung für tausende weitere Mietverhältnisse haben", erklärte das Portal. Das Berliner Gericht entschied demnach, dass die zu Vonovia gehörende GSW Immobilien AG bei Versicherungskosten gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot verstieß.
Vermieter seien gesetzlich verpflichtet, wirtschaftlich zu handeln und nur angemessene Betriebskosten weiterzugeben, betonte Finanztip. Mieter müssten es nicht akzeptieren, wenn einzelne Kosten deutlich über dem regionalen Schnitt liegen.
Als ersten Schritt empfiehlt das Portal, die eigene Abrechnung mit den "regionalen, oder zumindest bundesweiten Vergleichswerten für Betriebskosten zu vergleichen". Dafür kommen etwa kommunale Übersichten infrage - in Berlin zum Beispiel veröffentlicht der Senat entsprechende Zahlen im Internet. Für andere Regionen könne der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes Richtwerte bieten, so Finanztip.
Vonovia berechnete in Berlin bei den Versicherungskosten 36 Cent für das Jahr 2021, 39 Cent für 2022 und 45 Cent für 2023 abgerechnet. Nach Angaben des Berliner Senats zahlten Mieter 2024 in Berlin durchschnittlich aber nur 23 Cent pro Quadratmeter und Monat für Versicherungen. Für Vonovia-Mieter in einer 60-Quadratmeter-Wohnung könne sich so für die Jahre 2021 bis 2023 eine mögliche Rückerstattung von 367,20 Euro für überhöhte Versicherungskosten ergeben, berechnete Finanztip.
Auch der Berliner Mieterverein (BMV) sprach dem Urteil eine "Signalwirkung" zu, "denn es handelt sich um eine Sammelversicherung für den gesamten Berliner Wohnungs- und Gewerbebestand des Konzerns". BMV-Geschäftsführer Sebastian Bartels forderte Vonovia dazu auf, seine Abrechnungen für 2021 bis 2023 "umgehend" zu korrigieren und allen Mietern die überhöhten Versicherungskosten zu erstatten.
G.Schmid--VB