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Epstein-Affäre: Charles III. "zutiefst besorgt" über neue Vorwürfe gegen Andrew
Der britische König Charles III. hat sich "zutiefst besorgt" über die neuen Vorwürfe gegen seinen Bruder Andrew im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre gezeigt. In einer am Montagabend in London veröffentlichten Erklärung sicherte der Monarch zudem der Polizei seine Unterstützung bei möglichen Ermittlungen zu. Zuvor hatte die britische Polizei mitgeteilt, dass sie Berichte prüfe, wonach Andrew in seiner Zeit als britischer Handelsgesandter möglicherweise vertrauliche Informationen an den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben hat.
"Der König hat seine tiefe Besorgnis über die anhaltend ans Licht kommenden Vorwürfe gegen Herrn (Andrew) Mountbatten-Windsor zum Ausdruck gebracht", erklärte der Palast. "Obwohl Herr Mountbatten-Windsor selbst zu den konkreten Vorwürfen Stellung nehmen muss, stehen wir der Thames Valley Police selbstverständlich zur Seite, falls sie sich an uns wendet." Andrew wird in der Erklärung mit seinem normalen Namen genannt, den Titel Prinz hatte er im Zuge der Affäre ebenso wie alle anderen royalen Ehren verloren.
Zuvor hatten sich bereits Kronprinz William und seine Frau Catherine "tief betroffen über die anhaltenden Enthüllungen" gezeigt. Der Thronfolger und seine Ehefrau seien in Gedanken bei den Opfern Epsteins, erklärte ein Palastsprecher.
Das US-Justizministerium hatte vor gut einer Woche weitere Akten zum Fall Epstein freigegeben. Diese enthalten unter anderem Fotos des damaligen Prinzen Andrew, die diesen kniend über einer am Boden liegenden Frau zeigen, sowie E-Mails, in denen der Bruder des heutigen Königs Charles III. Epstein zu einem Treffen in den Buckingham-Palast einlädt. Zudem erhebt in den neu veröffentlichten Akten ein weiteres Missbrauchsopfer den Vorwurf, 2010 von Epstein nach Großbritannien geschickt worden zu sein, um dort mit Andrew in der Royal Lodge Sex zu haben.
In einer in den neuen Epstein-Akten enthaltenen E-Mail vom November 2010 übermittelte der damalige britische Handelsgesandte Andrew zudem Epstein offenbar nach einer dienstlichen Asien-Reise Berichte über mehrere von ihm besuchte Länder. Laut einem BBC-Bericht gab Andrew dem US-Finanzinvestor zudem Hinweise zu möglichen Investitionsobjekten, die er auf seiner Reise gesammelt hatte. Britische Handelsgesandte sind laut offiziellen Richtlinien zur Verschwiegenheit über im Zusammenhang mit ihren Reisen erlangte Informationen verpflichtet.
Die britische Polizei erklärte am Montag, sie prüfe die Vorwürfe aus Andrews Zeiten als Handelsgesandter. Zuvor hatte der Anti-Monarchie-Aktivist Graham Smith Anzeige erstattet.
König Charles III. hatte seinem Bruder wegen des Epstein-Skandals bereits Ende vergangenen Jahres alle Titel und Ehren entzogen, nachdem nach ihrem Suizid posthum die Memoiren des Epstein-Opfers Virginia Giuffre erschienen waren. Giuffre hatte darin detailliert ihren Vorwurf erneuert, der damalige Prinz Andrew habe Sex mit ihr gehabt, als sie erst 17 war.
A.Zbinden--VB