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Regierung in London kündigt Einrichtung von "britischem FBI" an
In Großbritannien hat die Regierung die Einrichtung einer Polizeibehörde nach dem Vorbild der US-Bundespolizei FBI angekündigt. Wie Innenministerin Shabana Mahmood am Samstagabend erklärte, soll der neue, für alle Landesteile des Königreichs zuständige nationale Polizeidienst (National Police Service, NPS) "mit erstklassigen Fachkräften und modernster Technologie ausgestattet" sein. Ziel sei es, "gefährliche Kriminelle aufzuspüren und zu ergreifen".
Der NPS soll demnach als Dachorganisation bestehender Polizeibehörden wie der National Crime Agency (NCA) und regionaler, auf die Bekämpfung organisierter Kriminalität spezialisierter Polizeibehörden dienen. Der Chef des neuen NPS wird den Plänen zufolge der höchstrangige Polizist ganz Großbritanniens.
Wie Innenministerin Mahmood weiter erklärte, fehlten einigen örtlichen Einsatzkräften die "nötigen Fähigkeiten oder Ressourcen, um komplexe Arten der heutigen Kriminalität wie Betrug, Online-Missbrauch Minderjähriger oder organisierter Kriminalität zu bekämpfen". Die Polizei vor Ort werde durch den neuen NPS entlastet und könne sich wieder stärker der alltäglichen Polizeiarbeit mit Vergehen wie Ladendiebstahl widmen.
Das Innenministerium kündigte die neu zu schaffende Behörde im Rahmen der nach seiner Darstellung "größten Polizeireform" seit der Gründung moderner Polizeibehörden im Land vor zwei Jahrhunderten an.
Der derzeitige Aufbau der Polizeibehörden war in Großbritannien zuletzt in die Kritik geraten. Der Leiter der Londoner Metropolitan Police, Mark Rowley, hatte "überfällige" Reformen eingefordert und den derzeitigen Aufbau der Polizeibehörden in einem Interview als "eine Art überbürokratisches, kompliziertes, verwickeltes Spaghetti-System" bezeichnet.
Für besonders großes Aufsehen hatte der Fall der für die Großstadt Birmingham zuständigen Polizei in der Region West Midlands gesorgt. Deren Leiter Craig Guildford hatte empfohlen, im November Fans des israelischen Fußballklubs Maccabi Tel Aviv von einem Europapokalspiel in der Stadt auszuschließen - was unter anderem Premierminister Keir Starmer als Ausdruck von Antisemitismus bezeichnet hatte.
Guildford trat aufgrund wachsenden öffentlichen Drucks Mitte Januar zurück. Innenministerin Mahmood hatte mit Blick auf den Fall kritisiert, dass sie nicht befugt war, Guildford zu entlassen.
F.Mueller--VB