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Emirate melden neue iranische Angriffe - Teheran weist Vorwürfe "kategorisch" zurück
In der Golfregion haben sich die militärischen Auseinandersetzungen trotz geltender Waffenruhe fortgesetzt. Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) meldete am Dienstag erneuten Beschuss aus dem Iran. Teherans Militär wies die Angaben aus Abu Dhabi "kategorisch zurück". Zudem überzogen der Iran und die USA einander mit Drohungen, die eine erneute Eskalation in der von Teheran blockierten Straße von Hormus befürchten lassen. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte den Iran auf, seine "Politik der Brandstiftung" zu beenden.
Die VAE teilten mit, dass ihre Luftabwehr den zweiten Tag in Folge im Dauereinsatz sei. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Abu Dhabi bekämpften die Systeme aktiv "Bedrohungen durch Drohnen und Raketen", die direkt aus dem Iran abgefeuert worden seien. Am Montag war bei einem laut emiratischen Behörden vom Iran ausgehenden Drohnenangriff bereits eine Ölanlage im Emirat Fudschaira beschädigt worden.
Die Streitkräfte der Islamischen Republik hätten "in den vergangenen Tagen keine Raketen- oder Drohnenangriffe gegen die Vereinigten Arabischen Emirate ausgeführt", erklärte dagegen die Kommandozentrale der iranischen Armee, Chatam Al-Anbija, am Dienstag. Der Bericht des emiratischen Verteidigungsministeriums werde "kategorisch zurückgewiesen", er sei "völlig unbegründet". Zugleich warnte Teheran im Fall von Angriffen auf iranische Inseln, Häfen und Küsten von emiratischem Staatsgebiet aus vor einer "entschlossenen Antwort".
Am Montag hatte das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten hochrangigen Beamten berichtet, das Land habe "keine Pläne, die Emirate anzugreifen". Zuvor hatte Abu Dhabi den Abschuss von vier iranischen Marschflugkörpern auf sein Territorium bekannt gegeben. Die Angriffe nannte Abu Dhabi eine "gefährliche Eskalation".
Die VAE gehören zu den engsten Verbündeten der USA in der Golfregion. Zudem unterhalten sie normalisierte Beziehungen zu Israel. Nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran am 28. Februar waren die VAE am stärksten von iranischen Angriffen betroffen gewesen. Irans Angriffe mit Raketen und Drohnen zielten nicht nur auf Einrichtungen mit Verbindungen zu den USA, sondern auch auf zivile Infrastruktur, Energieanlagen und Wahrzeichen.
Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf bekräftigte derweil die Ansicht Teherans, dass sein Land im Konflikt die Oberhand habe. Er erklärte, die iranische Armee habe mit den Angriffen "noch nicht einmal begonnen". US-Verteidigungsminister Pete Hegseth warnte den Iran am Dienstag vor der "vernichtenden Feuerkraft der USA", sollte er weitere Schiffe attackieren.
Die USA hatten am Montag einen Militäreinsatz zur Sicherung der für den Öl- und Gashandel immens wichtigen Straße von Hormus mit dem Namen "Projekt Freiheit" begonnen. Ziel ist laut US-Präsident Donald Trump, wegen der iranischen Blockade festsitzende Schiffe aus der Meerenge hinaus zu "geleiten".
Die US-Armee erklärte am ersten Einsatztag, dass mindestens sechs iranische Kleinboote angegriffen und zahlreiche Drohnen und Raketenangriffe abgewehrt worden seien, was Teheran dementierte. Iranische Medien hatten zuvor Raketenangriffe auf ein US-Militärschiff sowie Warnschüsse in der Nähe von US-Zerstörern gemeldet - was wiederum Washington zurückwies.
Laut US-Verteidigungsminister Hegseth hält die vor knapp einem Monat mit dem Iran vereinbarte Waffenruhe derzeit noch, die USA beobachteten die Lage jedoch genau. US-Generalstabschef Dan Caine unterstrich, das US-Militär sei jederzeit bereit, "größere Kampfhandlungen" gegen den Iran wieder aufzunehmen, falls Präsident Donald Trump den entsprechenden Befehl erteile.
Israel ist nach den Worten seines neuen Luftwaffenchefs Omer Tischler im Falle einer fortgesetzten Bedrohung durch den Iran zum Einsatz seiner gesamten Kampfflugzeugflotte bereit. "Wir beobachten die Entwicklungen im Iran genau und sind bereit, die gesamte Luftwaffe bei Bedarf nach Osten zu verlegen", sagte Tischler bei der Übernahme seines Postens am Dienstag. Laut Israels Armeechef Ejal Samir befindet sich sein Land weiterhin "an allen Fronten in höchster Alarmbereitschaft".
Bundesaußenminister Wadephul unterstrich angesichts der iranischen Bedrohung die gemeinsamen Sicherheitsinteressen Deutschlands und Israels. "Iran muss sein ballistisches Raketenprogramm aufgeben. Und Iran muss seine Politik der Brandstiftung in der Region aufgeben", sagte Wadephul am Dienstag nach einem Treffen mit dem israelischen Außenminister Gideon Saar in Berlin.
"Und diese Sicherheitsinteressen teilen Deutschland und Israel vollständig. Es wird jeden Tag dringlicher, dass Iran das Angebot zu Verhandlungen jetzt annimmt", sagte der Außenminister. "Wir fordern den Iran auf, seine Karten jetzt nicht zu überreizen."
A.Zbinden--VB