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Hamsterkäufe und Flugstreichungen: Weite Teile der USA wappnen sich für Wintersturm
Ein in weiten Teilen der USA drohender Wintersturm hat zu Hamsterkäufen und der Streichung tausender Flüge geführt. In mindestens 16 Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Washington wurde der Notstand ausgerufen, um Ressourcen und Einsatzkräfte zu mobilisieren. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem warnte am Freitag im Onlinedienst X vor einem "historischen Wintersturm". Dieser dürfte mindestens 160 Millionen Menschen in bis zu 34 Bundesstaaten betreffen.
Der Nationale Wetterdienst (NWS) sagte für das Wochenende verbreitet starken Schneefall, Schneeregen und gefrierenden Regen in weiten Teilen der USA voraus. Die akute Unwetterlage soll bis mindestens Montag anhalten, gefolgt von einer Frostperiode und "katastrophalen Eismassen".
"Die kommenden zehn Wintertage werden in den Vereinigten Staaten die schlimmsten seit 40 Jahren sein", warnte der Meteorologe Ryan Maue im Onlinedienst X. Die Behörden erwarten massive Verkehrsbeeinträchtigungen und Stromausfälle durch extrem niedrige Temperaturen sowie starke Windböen. Schnee soll selbst in südlichen Bundesstaaten wie Texas und Louisiana fallen.
Den Vorhersagen zufolge sind zunächst der Südwesten und zentrale Gebiete der USA betroffen, bevor der massive Wintereinbruch auch die dicht besiedelten Mittelatlantik-Bundesstaaten und andere Gebiete im Nordosten des Landes erreicht.
Die Auswirkungen des Sturms könnten nach Behördenangaben noch eine Woche andauern, insbesondere im Norden der Great Plains im Zentrum und in der Region Upper Midwest im Nordosten der USA. Dort könnte eisiger Wind für Temperaturen um minus 45 Grad sorgen. Solche Temperaturen können innerhalb weniger Minuten Erfrierungen, also ernsthafte Hautverletzungen, verursachen.
In vielen Städten wurden Wärmestuben für Wohnungslose geöffnet. Vor Supermärkten bildeten sich lange Schlangen von Menschen, die sich für den Wintersturm eindecken wollten. In Washington waren in mehreren Supermärkten am Freitag Regale leer gekauft.
Nach Angaben der Website "Flightaware" wurden in den USA für das Wochenende bereits mehr als 7000 internationale und Inlandsflüge gestrichen, darunter viele von und nach Texas. Die dortigen Behörden versicherten aber, dass das Stromnetz in einem besseren Zustand sei als vor fünf Jahren, als während eines Wintersturms Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten waren. Mehr als 200 Menschen waren durch den damaligen Wintersturm ums Leben gekommen.
Das texanische Stromnetz sei "nie stärker, nie besser vorbereitet gewesen" und könne in dem bevorstehenden Wintersturm ohne Weiteres bestehen, hatte der republikanische Gouverneur Greg Abbott am Donnerstag erklärt. Michael Webber von der University of Texas hielt dem entgegen, Eismassen könnten sich zu einem "großen Risiko" entwickeln, indem sie Bäume zum Umstürzen bringen, die wiederum Stromleitungen beschädigen könnten, so dass es zu Stromausfällen komme.
Im Ostküsten-Staat New York rief Gouverneurin Kathy Hochul die Einwohner auf, zu Hause zu bleiben. "Fünf oder sechs Minuten draußen könnten wortwörtlich gefährlich für Ihre Gesundheit sein", erklärte sie und rief zum achtsamen Gebrauch von Heizungen auf. Auch sollten die Menschen nach womöglich hilflosen Nachbarn sehen.
Für den neuen demokratischen New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani dürfte der Wintersturm seine erste Bewährungsprobe im Amt sein. Er nannte Online-Unterricht als eine Option während des Kälteeinbruchs, ordnete anders als andere Stadtverwaltungen aber keine Schulschließungen an.
D.Bachmann--VB