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Deutsche Computerspielbranche wächst stark - Heimatmarktanteil aber gering
Die deutsche Computerspielbranche ist zuletzt stark gewachsen. Die Zahl der Unternehmen verdoppelte sich einem am Donnerstag vom Branchenverband Game und dem Bundesforschungsministerium in Berlin vorgelegten Bericht zufolge zwischen 2018 und 2024 annähernd auf 1200. Der Umsatz der Games-Branche stieg im selben Zeitraum um 22 Prozent auf 3,73 Milliarden Euro, die Beschäftigtenzahl um 20 Prozent auf fast 15.000.
Der Marktanteil deutscher Unternehmen beim Spieleverkauf im eigenen Land blieb mit 5,5 Prozent im Jahr 2024 jedoch überschaubar, wie aus der im Auftrag von Game erstellten Analyse hervorgeht. Zwar war Deutschland mit einem Gesamtumsatz von rund 5,5 Milliarden Euro der weltweit fünftgrößte Absatzmarkt für Computerspiele, auf deutsche Entwicklungen entfielen davon 2024 nach Angaben des Branchenverbands aber nur 300 Millionen Euro.
44 Prozent oder annähernd die Hälfte der Branchenumsätze wurden demnach 2024 im Entwicklungsbereich erzielt, außerdem waren die Umsätze stark konzentriert. Drei Prozent der Unternehmen erzielten fast 80 Prozent des gesamten Branchenumsatzes. Knapp 90 Prozent der Umsätze wurden darüber hinaus von Firmen mit ausländischen Mutterkonzernen erzielt - eine deutliche Steigerung gegenüber 2018 (damals 65 Prozent).
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) wertete die Entwicklung in der Spielebranche als Beleg für die Wirksamkeit der vor einigen Jahren begonnenen staatlichen Förderung. "Unser Ziel ist, Deutschland zu einem führenden Standort für die Games-Branche zu entwickeln", erklärte sie am Donnerstag. Der Sektor sei "zentraler Innovationstreiber und wichtiger Qualifizierungssektor". Jeder Fördereuro bringe vielfache Wertschöpfung.
Der Branchenverband sprach von "starken wirtschaftlichen Entwicklungen", die sich "auch dank" der 2020 begonnenen Förderung durch die Regierung vollzogen hätten. Der weiterhin geringe Marktanteil deutscher Firmen sei unter anderem das Resultat von "über viele Jahre international wenig konkurrenzfähigen Wettbewerbsbedingungen". Deutschland habe aufgeholt, bleibe aber weiterhin hinter den internationalen führenden Standorten.
Große Hoffnungen setzt die Branche demnach in die von Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag angekündigte zusätzliche steuerliche Förderung für Computerspielfirmen. Diese könne zu einem "echten Booster für den Games-Standort Deutschland werden", erklärte der Spitzenverband Game.
"Die Games-Branche liefert, wenn die Rahmenbedingungen stimmen", betonte Verbandsgeschäftsführer Felix Falk. "Doch der eigentliche Turbo wurde noch gar nicht gezündet." Durch die nun geplante zusätzliche steuerliche Förderung erhöhe sich die Wettbewerbsfähigkeit deutlich. Die deutschen Unternehmen hätten dadurch "die Chance, zur Weltspitze aufzuschließen".
Wie aus dem Branchenbericht weiter hervorgeht, werden aktuell rund 1200 Firmen dem "erweiterten Kernmarkt" der Spielebranche zugerechnet. Etwa 900 davon sind als Entwicklungs- und Publishingunternehmen direkt mit der Konzeption und Vermarktung von Spielen befasst. Dazu kommen 500 Firmen des sogenannten angrenzenden Marktes, etwa Agenturen und Verlage.
Die Branche ist demnach stark fragmentiert und relativ jung. 77 Prozent der Firmen haben weniger als zehn Mitarbeitende, rund 80 Prozent wurden nach 2010 gegründet. Die meisten Unternehmen haben ihren Sitz in Berlin (22 Prozent), Bayern (19 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (17 Prozent).
R.Braegger--VB