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Eröffnungsshow und Auftaktspiel im Aztekenstadion: Fußball-WM hat begonnen
Mit einer Eröffnungsfeier voller Stars und dem Auftaktspiel im legendären Aztekenstadion in Mexiko-Stadt hat die größte Fußball-Weltmeisterschaft der Geschichte begonnen. Bei der 15-minütigen Eröffnungsshow vor 80.000 Zuschauern führten die kolumbianische Sängerin Shakira und der nigerianische Afrobeat-Musiker Burna Boy am Donnerstag den offiziellen WM-Song "Dai Dai" auf. Außerdem traten der italienische Tenor Andrea Bocelli, die mexikanische Band Maná, der venezolanische Popsänger Danny Ocean und Reggaeton-Star J Balvin auf.
Zu Gast war auch die mexikanische Schauspielerin Salma Hayek, die die protokollarische Zeremonie lancierte. Im Anschluss begann das erste Spiel des Turniers zwischen Ko-Gastgeber Mexiko und Südafrika. Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer wird in diesem Jahr von Mexiko, den USA und Kanada ausgerichtet.
Erstmals nehmen an der Fußball-WM 48 statt 32 Nationen teil, es gibt eine Rekordzahl von 104 Spielen in 16 verschiedenen Stadien. Das Sportereignis soll umgerechnet gut elf Milliarden Euro an Einnahmen generieren. Deutschland spielt in der Gruppe E und bestreitet am Sonntag sein Auftaktspiel gegen WM-Neuling Curaçao. Das WM-Finale findet am 19. Juli nahe der US-Metropole New York im Bundesstaat New Jersey statt.
Überschattet wird das Turnier unter anderem von Debatten über horrende Ticketpreise, restriktive Einreiseregeln der USA sowie Gewalt und Proteste in Mexiko.
So gab es am Donnerstag während des Auftaktspiels vor dem Aztekenstadion Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizisten, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Demonstranten forderten Gerechtigkeit für in Mexiko vermisste Menschen - häufig Opfer der ebenso brutalen wie mächtigen Drogenkartelle.
Die Gewalt in dem lateinamerikanischen Land wurde am Donnerstag auch durch die Ermordung eines Journalisten deutlich: Der auf Justizthemen spezialisierte Reporter Luis Ángel López Valdez wurde in den Morgenstunden im Bundesstaat Veracruz erschossen, wie seine Zeitung "Vanguardia" bekanntgab. Er hatte zuvor bereits Drohungen erhalten.
Neben der Sicherheitslage in Mexiko hatten im Vorfeld der WM auch die hohen Ticket-Preise die Schlagzeilen beherrscht. Der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, Gianni Infantino, wies Kritik am Mittwoch (Ortszeit) zurück. Die Preise seien "angemessen", sagte er in Mexiko-Stadt.
Tickets für die WM-Spiele kosten in Einzelfällen mehr als 30.000 Dollar (26.000 Euro). Mehrere US-Bundesstaaten untersuchen bereits möglichen Ticket-Wucher. Infantino verwies in seiner Pressekonferenz darauf, dass auch Tickets für 60 Dollar angeboten worden seien. Davon gab es allerdings nur äußerst wenige. Der Durchschnittspreis lag laut dem Fifa-Chef unter 500 Dollar.
Den Fall des somalischen Schiedsrichters Omar Artan, dem die USA die Einreise verwehrten, bezeichnete Infantino als "unglücklich". Offensichtlich mit Blick auf die breite Kritik an dem Fall riet der Schweizer der Öffentlichkeit, "sich zu entspannen". Infantino verwies zugleich darauf, dass die Fifa den Regierungen der Gastgeberländer nichts vorschreiben könne.
Die USA spielen in ihrer ersten Partie am Freitag in Los Angeles gegen Paraguay. US-Außenminister Marco Rubio, Verkehrsminister Sean Duffy und Heimatschutzminister Markwayne Mullin wollen sich das Spiel im Stadion ansehen.
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch gesagt, er wolle bei der Weltmeisterschaft dabei sein. Er ließ aber offen, welches Spiel er besuchen will.
F.Stadler--VB