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Indien kürzt Steuern auf Diesel und Benzin - Vietnam setzt Umweltsteuer aus
Vor dem Hintergrund der Folgen des Iran-Kriegs für die Energieversorgung haben Indien und Vietnam Entlastungen bei den Steuern auf Kraftstoffe verkündet. In Indien sinken die Verbrauchssteuern auf Benzin und Diesel um umgerechnet rund neun Cent pro Liter, "um die Verbraucher vor Preissteigerungen zu schützen", wie die indische Finanzministerin Nirmala Sitharaman am Freitag mitteilte. Unterdessen setzte Vietnam eine Umweltsteuer auf Kraftstoffe aus.
Sitharaman verkündete zudem Gebühren auf Exporte von Diesel und Kerosin in Höhe von 20 Cent beziehungsweise 27 Cent. "Dies wird eine ausreichende Versorgung mit diesen Produkten für den inländischen Verbrauch sicherstellen", erklärte die indische Finanzministerin.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports läuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den Revolutionsgarden kontrolliert.
Ein Großteil des Öls und Erdgases aus den Golfstaaten geht im Normalfall nach Asien. Indien hat einen massiven Energiebedarf und importiert 85 Prozent seines Öls. Die Regierung von Narendra Modi verweist auf gut gefüllte Vorräte, trotzdem kam es zuletzt zu Panikkäufen.
In Vietnam hatte sich der Dieselpreis seit Kriegsbeginn mehr als verdoppelt, bis die Regierung am Mittwoch Schritte ergriff, um die Kosten zu senken. Am Freitag setzte Hanoi zudem eine Umweltsteuer auf Kraftstoffe bis zum 15. April aus, wie das Handelsministerium mitteilte. Demnach erwartet das Ministerium, dass damit der Benzinpreis um rund 26 Prozent sinkt und der Dieselpreis um etwa 15 Prozent.
Auch Japan ist stark von Energieimporten aus der Golfregion abhängig. Dort plant die Regierung nun, vorübergehend Beschränkungen für Kohlekraftwerke aufzuheben. Die Regierung gehe davon aus, dass die "Unsicherheit hinsichtlich künftiger Käufe" von Flüssigerdgas (LNG) zunehme, sagte ein Vertreter des Industrieministeriums. "Wir sind der Ansicht, dass es notwendig sein wird, durch einen verstärkten Betrieb der Kohlekraftwerke eine stabile Versorgung sicherzustellen."
Japan produziert etwa 70 Prozent seines Strombedarfs mit Wärmekraftwerken - 30 Prozent davon wird mit Kohle betrieben, 30 Prozent mit LNG und sieben Prozent mit Benzin. Rund zehn Prozent seiner LNG-Importe stammen aus Ländern des Nahen Ostens, beim Öl sind es sogar mehr als 90 Prozent.
P.Keller--VB