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Glasfaserausbau: Monopolkommission warnt vor zu dominanter Stellung der Telekom
Die Monopolkommission hat im Zuge des Glasfaserausbaus und der perspektivischen Abschaltung der Kupfernetzwerke für Festnetzinternet vor einer Monopolbildung durch die Telekom gewarnt. "Wir sind gerade in einer kritischen Übergangsphase von Kupfer zur Glasfasertechnologie", erklärte der Vorsitzende des Beratergremiums, Tomaso Duso, am Mittwoch. "Es besteht die Gefahr, dass die ehemaligen Staatsmonopolisten wieder dominant werden."
Die Monopolkommission, welche die Bundesregierung in Wettbewerbsfragen berät, sieht demnach die Möglichkeit, dass die Deutsche Telekom Glasfaser prioritär dort ausbauen könnte, wo alternative Anbieter bereits tätig sind. "Dadurch würde sie Wettbewerber verdrängen." Die Bundesnetzagentur sollte deshalb "von ihrer derzeit moderierenden in eine handelnde Rolle übergehen".
Die Telekom betreibt bislang die Kupfernetze für Internetanschlüsse per DSL. Glasfasernetze werden auch von einer Reihe anderer Unternehmen verlegt. Wettbewerber der Telekom werfen dem ehemaligen Staatskonzern hier schon länger vor, die Ausbaugebiete strategisch und wettbewerbswidrig auszuwählen. Sie fordern, dass für die Abschaltung des bestehenden Kupfernetzes feste Termine vorgegeben werden, was auch die Monopolkommission befürwortet. Die Telekom lehnt dies strikt ab.
Zudem spricht sich das Gremium dafür aus, den Mehrfachausbau zu fördern. "Wo wirtschaftlich sinnvoll, sollten zwei oder mehr Anbieter eigene Glasfasernetze ausbauen", erklärte die Monopolkommission. "Das sichert langfristig Wettbewerb - zum Vorteil der Verbraucherinnen und Verbraucher."
Hier wehren sich hingegen die Telekom-Konkurrenten: "Da Deutschland die europaweit höchsten Ausbaukosten hat, sind parallele Netze fast nirgendwo wirtschaftlich betreibbar", erklärte der Branchenverband Breko. "Verstärkter Doppelausbau würde also Geschäftsmodelle gefährden und den Ausbau insgesamt verzögern." Besser wäre es auf "Open Access und diskriminierungsfreien Wettbewerb auf einem Netz" zu sorgen.
R.Flueckiger--VB