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EVG hält Sicherheitskonzept der Bahn zur Fußball-EM für unzureichend
Die Eisenbahngewerkschaft EVG hält die Ankündigung der Bahn zu den Sicherheitsvorkehrungen während der Fußball-Europameisterschaft für unzureichend und hat erneut mit Zugausfällen gedroht. "Um die Sicherheit während der Fußball-EM zu garantieren, braucht es Konzepte", sagte der bayerische EVG-Landesvorsitzende Dirk Richter der "Augsburger Allgemeinen" vom Freitag. "Wenn es die gibt, kennen wir sie nicht."
Wichtig sei es, angesichts steigender Übergriffe die Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter mit Bodycams auszustatten und in kritischen Zügen nicht allein einzusetzen, sagte Richter weiter. Andernfalls könne die Arbeitnehmervertretung die Dienstpläne ablehnen: "Die Betriebsräte werden von ihrem Zustimmungsverweigerungsrecht Gebrauch machen, wenn der Arbeitgeber seiner Verantwortung, Gefahrenherde zu beseitigen, nicht nachkommt und Regeln zum Gesundheitsschutz einfordern."
Am Donnerstag hatte die Bahn mitgeteilt, angesichts der Fußball-Europameisterschaft ihre Sicherheitskräfte an Bahnhöfen und in Zügen aufzustocken. So soll der Pool an Sicherheitskräften um rund 20 Prozent oder 900 Kräfte erweitert werden. Davon profitierten vor allem die zehn Bahnhöfe der Austragungsorte sowie die Züge dorthin, erklärte die Bahn.
Bereits im "Tagesspiegel" vom Donnerstag hatte die EVG angesichts von Gewalt gegen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Konsequenzen zur Fußball-EM gedroht. Verbessere sich die Sicherheitssituation vor der EM nicht, "werden wir dafür sorgen, dass die Züge nicht fahren", sagte EVG-Vorstand Kristian Loroch der Zeitung. Die Beschäftigten könnten dann während des Turniers etwa kollektiv Überstunden abbauen.
"Es geht uns auch um den Schutz der anderen Fahrgäste vor möglicherweise aggressiven Fangruppen", sagte Richter nun außerdem der "Augsburger Allgemeinen". Die Bahn rechnet rund um die EM mit zehntausenden zusätzlichen Reisenden in den Zügen zu den Austragungsorten.
P.Vogel--VB