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Türkische Zentralbank hebt Leitzins auf 50 Prozent
Die türkische Zentralbank hat den zentralen Leitzinssatz überraschend noch einmal angehoben. "Als Antwort auf die verschlechterte Inflationsperspektive hat der Ausschuss beschlossen, den Leitzinssatz zu erhöhen", erklärte die Notenbank am Donnerstag. Das Zinsniveau war bislang mit 45 Prozent schon sehr hoch und steigt nun auf 50 Prozent. Weitere Anhebungen sind demnach zudem nicht ausgeschlossen.
Die Inflation in der Türkei hatte zuletzt wieder zugelegt. Im Februar lag der Anstieg der Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 67,1 Prozent, nach 64,9 Prozent im Januar.
Wegen der anstehenden Kommunalwahl hatten Beobachter dennoch nicht mit einer Leitzinsanhebung gerechnet. Präsident Recep Tayyip Erdogan - ein ausgewiesener Gegner hoher Zinsen - will bei der Gelegenheit die beiden größten Städte des Landes zurückgewinnen. Seit 2019 stellt die Opposition die Bürgermeister von Ankara und Istanbul.
Erdogan hatte sich trotz der ausufernden Inflation lange gegen höhere Zinsen gewehrt. Nach seiner Wiederwahl ins Präsidentenamt im vergangenen Jahr tauschte er dann die wirtschaftspolitische Führung aus und leitete so die Zinswende ein. Die Zentralbank hob die Leitzinsen von 8,5 auf 45 Prozent an, beließ es bei ihrem Treffen zur Geldpolitik im Februar aber dabei.
Dass die Zentralbank nun trotz der anstehenden Wahl die Zinsen erneut anhob, bezeichnete der Analyst Timothy Ash von BlueBay Asset Management als "extrem positive Entscheidung". Dies zeige, dass die Notenbanker und Wirtschaftsminister Mehmet Simsek "freie Hand haben, um alles nötige zu tun, um gegen die Inflation anzugehen".
K.Hofmann--VB