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EU-Unternehmen in China zunehmend unter Druck - aber kaum wer zieht Reißleine
Europäische Unternehmen in China geraten zunehmend unter Druck. In einer aktuellen Befragung der Europäischen Handelskammer beklagt gut die Hälfte der Unternehmen ein "stärker politisiertes" Geschäftsklima im Vergleich zum Vorjahr. Vor diesem Hintergrund müssten die Firmen "mehr Ressourcen für die Risikoprävention" auf dem chinesischen Markt aufbringen, der allgemein "weniger vorhersehbar" geworden sei, erklärte die Handelskammer am Mittwoch.
Es gebe ein "allgemeines Gefühl der Unsicherheit", das 76 Prozent der europäischen Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren dazu veranlasst habe, ihr Engagement in China zu überprüfen und ihre Lieferketten zu diversifizieren. Die Europäische Handelskammer vertritt mehr als 1700 in China ansässige Unternehmen.
Die Beziehungen zwischen Peking und Brüssel sind schwierig. Die EU verfolgt nach eigenen Angaben eine Strategie der Risikoreduzierung, jedoch ohne China explizit zu nennen: Abhängigkeiten von einzelnen Volkswirtschaften sollen verringert werden, ohne sich gänzlich abzukoppeln. Damit bildet die EU einen Kontrast zu den USA, die auch vor dem Hintergrund militärischer Spannungen eine tatsächliche Entkopplung anstreben, um China wirtschaftlich zu isolieren.
Besonders die geopolitischen Spannungen zwischen Peking und Washington werden auch für europäische Unternehmen zunehmend zum Risiko. Dennoch haben der Handelskammer-Umfrage zufolge bislang erst zwölf Prozent von ihnen die Entscheidung getroffen, sich außerhalb von China nach alternativen Standorten umzusehen und separate Lieferketten aufzubauen. Nur ein Prozent habe entschieden, den chinesischen Markt endgültig zu verlassen.
G.Frei--VB