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Lufthansa-Streik: 100.000 Passagiere waren betroffen
Insgesamt 100.000 Fluggäste sind vom Verdi-Streik des Lufthansa-Bodenpersonals zwischen Mittwoch- und Donnerstagmorgen betroffen gewesen. Nur etwas mehr als zehn Prozent der ursprünglich angesetzten 1000 Flüge konnten abheben, wie die Airline am Donnerstag mitteilte. Am Montag gehen die Verhandlungen der beiden Tarifpartner weiter.
Mit Blick auf die Gespräche fordert die Dienstleistungsgesellschaft ein verbessertes Angebot. "Wir wünschen uns die Lösung am Verhandlungstisch", sagte Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky nach Streikende dem Bayerischen Rundfunk. "Es hängt jetzt an der Lufthansa mit einem guten Angebot zum Schluss zu kommen." Die Lufthansa äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP auf Nachfrage nicht zu den anstehenden Verhandlungen.
Die Gewerkschaft hatte von Mittwochfrüh bis Donnerstagfrüh zum Warnstreik an mehreren deutschen Flughäfen aufgerufen. Der Betrieb der Lufthansa wurde so weitgehend lahmgelegt. An den Drehkreuzen Frankfurt und München fiel ein Großteil der Flüge aus, an den kleineren Flughäfen, an denen in der Regel nur innerdeutsche Zubringerflüge starten, wurde nahezu jede Verbindung annulliert. Auch am Donnerstag fielen einzelne Verbindungen aus.
Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten am Boden in den Konzerngesellschaften Deutsche Lufthansa, Lufthansa Technik, Lufthansa Cargo und weiteren. Am Montag gehen die Gespräche weiter. Ohne Durchbruch drohen laut Reschinsky anschließend weitere Streiks, eventuell längere und mit kürzerer Ankündigungsfrist. "Da sind wir noch nicht festgelegt", sagte der Gewerkschafter dem Bayerischen Rundfunk.
Verdi fordert insbesondere eine höhere Mindestgehaltserhöhung als die bisher von der Lufthansa gebotenen 200 Euro im Monat sowie eine deutlich kürzere Laufzeit des Tarifvertrags. Der Konzern bietet nach eigenen Angaben bislang bis zu 13 Prozent mehr Geld, allerdings über drei Jahre und teils mittels geldwerter Leistungen wie einer Beteiligung am Deutschlandticket. Die Gewerkschaft prangert außerdem an, dass den Angestellten je nach Konzerngesellschaft eine unterschiedlich hohe Einmalzahlung angeboten wurde.
Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann verwies am Mittwoch auf "enorme Investitionsbedarfe in neue Flugzeuge treibstoffärmere Flugzeuge, in neue Sitze, in digitale Reiseerlebnisse. Alles das muss finanziert werden." Er forderte, das vorgelegte Angebot zunächst zu verhandeln. Doch stattdessen eskaliere Verdi.
R.Flueckiger--VB