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Frankreich hat 2023 zehn Prozent mehr Ausländer abgeschoben als im Vorjahr
Frankreich hat im vergangenen Jahr zehn Prozent mehr Ausländer abgeschoben als im Vorjahr. Insgesamt seien mehr als 17.000 Menschen abgeschoben worden, in 5.700 Fällen sei dabei Zwang angewandt worden, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Innenminister Gérald Darmanin sprach von einer "bedeutenden Erhöhung" der Zahl der Abschiebungen. Der Anstieg sei auch der Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit Algerien zu verdanken, erklärte er.
Die Zahl der abgeschobenen Algerier stieg demnach um 36 Prozent auf gut 2500 an. Algerien hatte wegen diplomatischer Spannungen mit Frankreich zeitweise das Ausstellen der für eine Abschiebung nötigen Papiere verweigert. Darmanin begrüßte im Onlinedienst X (früher Twitter) auch die um 30 Prozent gestiegene Zahl der Ausweisungen straffällig gewordener Ausländer auf knapp 4700 im vergangenen Jahr.
Die Zahl der Aufenthaltsgenehmigungen blieb mit einem Anstieg von 1,4 Prozent auf rund 323.000 nahezu stabil. Dabei stieg die Zahl der Genehmigungen mit wirtschaftlichem Hintergrund um fünf Prozent, und die Zahl der Aufenthaltsberechtigungen aus familiären Gründen ging um fünf Prozent zurück. Ein Drittel der Aufenthaltsgenehmigungen betrifft Menschen aus Marokko, Algerien und Tunesien.
Bereits zuvor war bekannt geworden, dass die Zahl der Asylanträge in Frankreich im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf über 145.000 gestiegen war. In Deutschland hatte sich die Zahl der Asylbewerber binnen eines Jahres auf rund 351.000 verdoppelt.
C.Stoecklin--VB