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EZB-Chefin Lagarde: Gespräche über Zinssenkungen kämen zu früh
Zinssenkungen im Euroraum haben beim Treffen des Rats der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main am Donnerstag erneut nicht zur Diskussion gestanden. "Es herrschte Konsens darüber, dass es verfrüht wäre, über Zinssenkungen zu sprechen", sagte EZB-Chefin Christine Lagarde im Anschluss an das Treffen. Der Rat werde die geldpolitische Lage in den nächsten Monaten weiter beobachten und datenbasierte Entscheidungen fällen.
Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos hatte Lagarde vor gut einer Woche in einem Fernsehinterview gesagt, sie halte sinkende Zinsen bis zum Sommer für "wahrscheinlich". Zwar stehe sie zu ihren Aussagen, eine Garantie für sinkende Zinsen im Sommer sei das allerdings nicht. Der Rat werde seine Entscheidungen nicht auf Grundlage des Kalenders treffen. Schon in dem Gespräch mit Bloomberg Television vor einer Woche schränkte sie ein, dass dies von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung abhänge.
Zudem beobachte die EZB die geopolitischen Entwicklungen auf der Welt. Diese könnten auch die weiteren Maßnahmen der EZB beeinflussen. Der Konflikt im Nahen Osten führe zu höheren Transportkosten bei Schiffen im Roten Meer. Bislang hätte das nur "gemäßigte Auswirkungen" auf die Preise sagte Lagarde. Weite der Konflikt sich indes aus, könne das jedoch zu einem zusätzlichen Risiko führen.
J.Sauter--VB