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Spaniens Regierung startet Verhandlungen für kürzere gesetzliche Wochenarbeitszeit
Die spanische Regierung hat Verhandlungen mit Gewerkschaften und Arbeitgebervertretern über die Reduzierung der gesetzlichen Wochenarbeitszeit auf 37,5 Stunden eingeleitet. "Arbeitszeitverkürzung bedeutet nicht nur weniger, sondern auch bessere Arbeit", erklärte Arbeitsministerin Yolanda Díaz im Kurzbotschaftendienst X. Die Arbeitswoche sei trotz großer Produktivitätssteigerungen seit 40 Jahren unverändert. Die Spanier "verdienen einen Arbeitsrhythmus, der es ihnen ermöglicht, zu leben", fügte sie hinzu.
Die Regierung schlägt eine Reduzierung in zwei Schritten auf 38,5 Stunden im Jahr 2024 und auf 37,5 im Jahr 2025 bei vollem Lohnausgleich vor. Dies würde fast zwölf Millionen Angestellte betreffen. Die beiden wichtigsten Gewerkschaften des Landes, die UGT und die CCOO, sind damit einverstanden. Arbeitgebervertreter warnen hingegen, dass dies die Wirtschaftlichkeit mancher Sektoren gefährden würde.
"Nicht alle Sektoren sind gleich", sagte Antonio Garamendi, Chef des Wirtschaftsverbandes CEOE, bei einem Treffen Anfang dieser Woche. Daher sollten die Gespräche von Branche zu Branche geführt werden.
Díaz strebt nach eigenen Angaben eine Vereinbarung sowohl mit den Arbeitnehmer- als auch Arbeitgebervertretern an. Die Möglichkeit, die Unternehmen außen vor zu lassen und lediglich mit den Gewerkschaften zu verhandeln, schloss sie jedoch nicht aus. Vor zwei Wochen hatte sie bereits die Mindestlohnerhöhung gegen den Widerstand der Wirtschaftsverbände durchgedrückt.
Die Absenkung der Wochenarbeitszeit ist ein weiteres Wahlversprechen der Linken und Sozialisten in der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez. Um das entsprechende Gesetz zu verabschieden bräuchten sie allerdings auch die Zustimmung ihrer Koalitionspartner. Die baskischen und katalanischen Nationalisten gelten jedoch als deutlich wirtschaftsnäher.
D.Bachmann--VB