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Fokus auf Künstliche Intelligenz: SAP plant große Umstrukturierung
Der deutsche Softwareriese SAP hat angekündigt, seine Geschäfte stärker auf Künstliche Intelligenz (KI) zu konzentrieren und plant dafür eine groß angelegte Umstrukturierung. "Die SAP wird 2024 einen noch stärkeren Fokus auf zentrale strategische Wachstumsbereiche, besonders KI für Unternehmen, legen", erklärte das Walldorfer Unternehmen am Dienstagabend. Die Pläne dürften Einfluss auf 8000 Arbeitsplätze haben und Kosten um die zwei Milliarden Euro verursachen.
Zudem will das Unternehmen seine operative Struktur umgestalten, um Synergieeffekte zu nutzen und Effizienzsteigerungen durch KI zu erzielen. Bereits im vergangenen Jahr hatte SAP weltweit 3000 Stellen gestrichen. Damals wurde als Grund angegeben, sich wieder stärker auf das Wachstum im Stammbereich mit Software zur Unternehmenssteuerung konzentrieren zu wollen.
Bei den nun betroffenen 8000 Stellen sollen in den meisten Fällen Freiwilligenprogramme und interne Umschulungsmaßnahmen zum Tragen kommen, wie das Unternehmen mitteilt. Aufgrund von Reinvestitionen in strategische Wachstumsbereiche rechnet SAP damit, dass die Zahl der Mitarbeitenden Ende 2024 etwa dem aktuellen Niveau entsprechen wird.
Proteste aus der Belegschaft gibt es bei der SAP indes aus einem anderen Grund. In einem internen Brief an den SAP-Vorstand kritisiert der europäische Betriebsrat des Softwarekonzerns eine vor kurzem angekündigte Präsenzpflicht deutlich: "Wir fühlen uns von einem Unternehmen verraten, das uns bis vor kurzem dazu ermutigt hat, von zu Hause zu arbeiten", heißt es in der E-Mail, über die die "Wirtschaftswoche" am Mittwoch berichtete. Rund 2000 Mitarbeitende hätten das Schreiben unterzeichnet.
Bereits am 9. Januar hatte SAP-Chef Christian Klein in einer internen E-Mail eine Präsenzpflicht angekündigt. "Wir wissen, wie wichtig und bereichernd es ist, persönlich zusammenzuarbeiten", schrieb Klein laut "Wirtschaftswoche", "Künftig sind drei Tage pro Woche im Büro und bei Kunden/Partnern vorgesehen". Auf Anfrage wollte das Unternehmen die interne E-Mail der Arbeitnehmervertreter der Zeitung zufolge nicht kommentieren.
R.Flueckiger--VB