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Musik-Streaming: EU-Abgeordnete fordern gerechtere Bezahlung für Künstler
Angesichts der großen Macht von Streaming-Diensten wie Spotify in der Musikindustrie hat das Europaparlament eine gerechtere Bezahlung für Künstlerinnen und Künstler verlangt. Die EU-Kommission müsse große Streaming-Plattformen strenger regulieren, forderten die Abgeordneten in Straßburg am Mittwoch in einer Entschließung. Viele Musikerinnen und Musiker seien auf die Plattformen angewiesen, bei häufig geringen oder gar keinen Einnahmen aus dem Streaming.
"Die Verbreitung von Musik auf digitalen Plattformen kommt Künstlern, Autoren und Interpreten nicht ausreichend zugute", erklärte der Sozialdemokrat Ibán García del Blanco, einer der Autoren der Entschließung. Im Gegenzug für eine höhere Sichtbarkeit seien viele zudem gezwungen, eine noch geringere Bezahlung in Kauf zu nehmen.
Gerade für kleine Künstlerinnen und Künstler sei das existenzbedrohend, heißt es in dem Text. Die EU-Kommission soll nun ein Gesetz ausarbeiten, um für eine gerechtere Verteilung der Einnahmen aus dem Musik-Streaming zu sorgen.
Die Abgeordneten forderten zudem, die Gesetze für digitale Dienste (Digital Services Act - DSA) und digitale Märkte (Digital Markets Act - DMA) auf die Musikindustrie anzuwenden. Damit könnte Brüssel die Marktmacht großer Dienste wie Spotify einschränken. Die Plattformen könnten zudem verpflichtet werden, die Algorithmen hinter ihren Musikempfehlungen offenzulegen.
Die Gesetze für digitale Dienste und Märkte gelten bereits für große Internetkonzerne wie Google, Amazon und den Facebook-Mutterkonzern Meta. Die EU-Kommission behält sich vor, weitere Online-Dienste auf die Liste zu setzen. Bei Verstößen drohen den Unternehmen Strafen in Milliardenhöhe.
Streaming-Plattformen stehen für rund zwei Drittel der weltweiten Umsätze in der Musikbranche. Marktführer Spotify konnte trotz hoher Nutzerzahlen noch nie einen positiven Jahresgewinn ausweisen. Im Oktober vergangenen Jahres meldete das schwedische Unternehmen einen seltenen Quartalsgewinn, will aber trotzdem Stellen abbauen.
U.Maertens--VB