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Studie: Beseitigung von Ewigkeitschemikalien in Europa teuer und fast wirkungslos
Sogenannte Ewigkeitschemikalien sind laut einer Studie trotz aller Bemühungen kaum aus der Umwelt in Europa zu entfernen. Zudem kosteten die Maßnahmen jährlich mehr als hundert Milliarden Euro, heißt es in der Studie, die am Montag in der Fachzeitschrift "Environmental Science: Processes & Impacts" veröffentlicht wurde. Besser sei es daher, die Stoffe der PFAS-Gruppe gar nicht erst zu verwenden oder ihre Freisetzung an der Quelle zu unterbinden.
PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, die synthetisch hergestellt werden. Sie sind wasser- und fettabweisend und stecken deshalb in etlichen Alltagsprodukten wie beschichteten Pfannen, Funktionskleidung, Imprägniersprays und Einwegverpackungen. Sie sind biologisch nicht abbaubar, reichern sich in der Natur sowie im menschlichen Körper an und werden deshalb als Ewigkeitschemikalien bezeichnet.
Mit den derzeitigen Maßnahmen würden weniger als zwei Prozent der Chemikalien aus der Umwelt entfernt, heißt es in der Studie. Für die Erhebung arbeiteten Wissenschaftler mit Journalisten im Rahmen des "Forever Pollution Project" der französischen Zeitung "Le Monde" zusammen. Die Forschenden stützten ihre Analyse auf mehr als 12.000 mutmaßlich belastete Standorte in Europa sowie auf Datenbanken zu Trinkwasser, Abwasser, Klärschlamm und Deponien.
Eine vollständige Sanierung PFAS-belasteter Gegenden sei "finanziell und logistisch nicht zu bewältigen", sagte Eurydice Bersi von Reporters United, einem Netzwerk für investigativen Journalismus mit Sitz in Athen. "Die einzige wirksame Strategie besteht darin, die Verschmutzung an ihrer Quelle zu stoppen, etwa durch die Vermeidung der Nutzung und Beseitigung direkt an den Emissionsstellen", sagte Bersi.
Die Studienautoren verwiesen darauf, dass die Entfernung neuerer PFAS-Verbindungen wie Trifluoressigsäure (TFA) etwa 50 Mal mehr koste als die Beseitigung älterer PFAS-Chemikalien wie PFOA und PFOS, deren Verwendung inzwischen in Europa stark reguliert ist. TFA gehört zu den Ewigkeitschemikalien, die am schwersten aus der Umwelt zu entfernen sind. Nach Einschätzung der EU-Chemikalienbehörde Echa schadet Trifluoressigsäure der menschlichen Fortpflanzung.
P.Keller--VB