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Studie: Hohe Unternehmensgewinne treiben Inflation in Deutschland
Kräftige Unternehmensgewinne in bestimmten Branchen haben einer Studie zufolge zur hohen Inflation in Deutschland beigetragen. Neben Preisschocks auf den internationalen Energie- und Nahrungsmittelmärkten habe eine "Gewinninflation" wesentlichen Einfluss auf die hohe Teuerungsrate im vergangenen und in diesem Jahr gehabt, teilte das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag mit. Trotz der Wirkung auf die Gesamtwirtschaft konzentriere sich das Phänomen auf einen relativ kleinen Teil der Wirtschaft.
Auffällig ist demnach der Anstieg der nominalen Stückgewinne in vier Wirtschaftsbereichen: im Bau, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe, im Bereich produzierendes Gewerbe ohne Bau- und verarbeitendes Gewerbe - dazu gehört auch die Energieerzeugung - sowie in der Landwirtschaft. Insbesondere in den ersten beiden Bereichen seien die Gewinne stärker gewachsen als in anderen europäischen Ländern. Zudem lief ihre Entwicklung denen der Löhne voraus, "sodass man hier von einer durch Gewinnsteigerungen induzierten Inflation sprechen kann", erklärten die Forschenden.
Gemeinsam verzeichneten die vier Branchen im Zeitraum zwischen Anfang 2021 bis zum Ende des zweiten Quartals 2023 Gewinnsteigerungen, bei denen die Profite in der Spitze um knapp 50 bis fast 100 Prozent verglichen mit 2019 in die Höhe schnellten. In anderen Branchen wie der Industrie stiegen die Gewinnmargen der Studie zufolge nur moderat an. Dennoch lagen die nominalen Stückgewinne gesamtwirtschaftlich am Ende des zweiten Quartals 2023 fast 25 Prozent höher als 2019. "Vereinbar mit dem Inflationsziel der EZB wäre in dem Zeitraum ein Anstieg von weniger als acht Prozent gewesen", erläuterten die Forschenden.
Eindeutige Ursachen für die hohen Gewinne in den genannten Bereichen ließen sich aufgrund der dünnen Datenlage bisher nicht identifizieren, hieß es weiter. Eine "Überschussnachfrage" schlossen die Forschenden jedoch weitgehend aus. Danach hätten sich die höheren Preise durch eine verstärkte Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher ergeben. Dem widerspreche jedoch die Nachfrageentwicklung in den Branchen mit hohen Gewinnen.
R.Kloeti--VB