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Glasfaser: EU-Kommission beklagt "sehr schwere Mängel" in Deutschland
Beim Glasfaserausbau in Deutschland hat die EU-Kommission "sehr schwere Mängel" beklagt. Die Abdeckung liegt mit deutschlandweit 19 Prozent der Haushalte deutlich unter dem EU-Schnitt von 56 Prozent, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Brüsseler Behörde hervorgeht. Bis 2030 sollen alle Haushalte in der EU an das Glasfasernetz angeschlossen sein.
In Deutschland gebe es zudem Nachholungsbedarf beim 5G-Netz und bei der Digitalisierung der Behörden. Die digitalen Dienste der Behörden auf Bund-, Länder- und kommunaler Ebene müssten der Kommission zufolge besser aufeinander abgestimmt werden. Insgesamt würden viele Leistungen überhaupt nicht oder nur in einzelnen Kommunen und Regionen digital angeboten.
Lob bekam Deutschland für Investitionen in Quantencomputer-Technologien und die Chipindustrie. Auch bei der Digitalisierung in Unternehmen liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt. Berlin sei zudem EU-weit der attraktivste Standort für digitale Startups.
Die EU hat sich mit dem Programm für die "Digitale Dekade" Ziele bis 2030 gesteckt. Dann sollen unter anderem alle Haushalte Zugang zu schnellem Internet über Glasfaser und das mobile 5G-Netz haben. Nach Einschätzung der Kommission sind dafür zusätzliche Investitionen in Höhe von bis zu 200 Milliarden Euro notwendig.
Bis 2030 sollen sich zudem alle Bürgerinnen und Bürger in der EU online ausweisen und Behördengänge digital erledigen können. Drei Viertel der Unternehmen sollen künftig mit Cloud-Diensten oder Künstlicher Intelligenz arbeiten, der Anteil der EU am weltweiten Markt für Halbleiter soll verdoppelt werden.
B.Wyler--VB