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Experten fordern Verdopplung der Besteuerung von Dienstwagen
Experten haben sich im Sinne der Klima- und Sozialpolitik für eine Verdopplung der Besteuerung von Dienstwagen ausgesprochen. Das Dienstwagenprivileg führe dazu, dass "weiterhin viele CO2-intensive Autos gekauft (werden), die dann für viele Jahre auf den Straßen bleiben und das Erreichen der Klimaziele erschweren", erklärte das Forum Sozial-Ökologische Marktwirtschaft (FÖS) am Montag. Die Subvention kommt laut FÖS-Studie zudem überwiegend den einkommenstärksten ein bis zehn Prozent der Bevölkerung zugute.
Dieses Ungleichgewicht könne mit einer Erhöhung des pauschalen Steuersatzes für Dienstwagen von einem auf zwei Prozent weitgehend behoben werden, erklärten die Forscher. Dies würde außerdem Mehreinnahmen von 5,5 Milliarden Euro generieren und Anreize schaffen, auf klimafreundlichere Elektromodelle umzusteigen.
Wer den Dienstwagen auch privat nutzt, profitiert, weil Anschaffungskosten, Reparaturen und oft auch Sprit vom Arbeitgeber übernommen werden. Dieser geldwerte Vorteil muss versteuert werden, was mit einem Fahrtenbuch für private und dienstliche Fahrten nachgehalten werden kann, meist aber durch die Ein-Prozent-Regel geschieht: Bei der Berechnung der Einkommensteuer wird ein Prozent des Bruttolistenpreises des Dienstwagens auf das Gehalt aufgeschlagen. Hinzu kommen 0,03 Prozent je Kilometer zwischen Wohnort und Arbeitsplatz.
Auch danach ist die Nutzung des Dienstwagens meist deutlich günstiger als die Anschaffung eines Privatautos. Die FÖS-Studie im Auftrag der Klima-Allianz, des Deutschen Caritasverbandes und des WWF Deutschland schlägt deshalb vor, den Steuersatz pauschal auf zwei Prozent zu erhöhen. Das schlage besonders bei teuren Verbrennerautos zu Buche und stärke den Anreiz, auf E-Autos umzusteigen.
Eine andere Möglichkeit sei ein Steuersatz, der sich am CO2-Ausstoß der Fahrzeuge orientiert, erklärten die Forscher. In Deutschland werde bisher nur zwischen Verbrennern und Nullemissionsfahrzeugen unterschieden. In Großbritannien gebe es hingegen eine Staffelung nach CO2-Ausstoß, wodurch die Besteuerung auf bis zu drei Prozent ansteige.
Einen ökologischen Anreiz könne zudem die Berücksichtigung des Fahrzeugalters setzen. Weil Autos den Großteil ihres Wertes innerhalb der ersten drei Jahre verlören, müsste der geldwerte Vorteil in diesen Jahren höher als zu einem späteren Zeitpunkt sein. "Das würde längere Haltedauern begünstigen und den Anreiz zu häufigen Neuwagenkäufen reduzieren", erklärten die Verfasser der Studie.
M.Furrer--BTB