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Siemens Energy zieht Gewinnprognose zurück - Kurs bricht ein
Der Energietechnikhersteller Siemens Energy muss wegen Qualitätsmängeln und einer Milliardenbelastung bei seiner Windanlagentochter Siemens Gamesa seine Gewinnprognose zurückziehen. Der Chef von Siemens Gamesa, Jochen Eickholt, sagte am Freitag in einer Telefonkonferenz, die Qualitätsprobleme seien "viel schlimmer, als ich es für möglich gehalten hätte". Die damit verbundenen Kosten liegen laut Siemens Energy "voraussichtlich bei über einer Milliarde Euro". Der Kurs der Aktie brach am Freitagmorgen um über 30 Prozent ein.
Siemens Energy erklärte am Donnerstagabend in einer Ad-hoc-Mitteilung an die Börse, bei Siemens Gamesa gebe es "deutlich erhöhte Ausfallraten bei Windturbinen-Komponenten". Zur Behebung der Probleme bei Windanlagen an Land würden "wesentlich höhere Kosten anfallen als bisher angenommen". Eine geplante Verbesserung der Produktivität sei zudem nicht eingetreten. Darüber hinaus gebe es weiterhin Schwierigkeiten bei der Ausweitung der Fertigung von Windanlagen auf See.
Eickholt sagte am Freitag, das Erreichen der Gewinnzone werde bei Siemens Gamesa "länger dauern als ich dachte". Der Chef von Siemens Energy, Christian Bruch, sprach von einem "großen Rückschlag".
Siemens Gamesa stellt Windkraftanlagen für Land und See her und gehört zu den größten Anbietern weltweit, schreibt aber schon lange hohe Verluste. Siemens Energy übernahm die Tochter nach mehreren Jahren als Mehrheitseigentümer 2022 ganz, um besser durchgreifen zu können. Der Preiswettbewerb in der Branche insbesondere von Seiten der chinesischen Konkurrenz ist groß.
Bruch sagte am Freitag, er glaube nicht, die Übernahme sei ein Fehler gewesen. Die Windkraft sei "ein sehr vielversprechendes Geschäft".
Der Kurs von Siemens Energy brach am Morgen bei Handelsbeginn um 31,9 Prozent ein. Siemens hatte Siemens Energy 2020 an die Börse gebracht und hält noch 33 Prozent. Der Kurs des Siemens-Konzerns gab am Freitagmorgen um knapp drei Prozent nach.
H.Seidel--BTB