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Waldbrand in Andalusien weitgehend unter Kontrolle - erste Evakuierte kehren zurück
Mit einem Großaufgebot und einer neuen Taktik hat die Feuerwehr den verheerenden Waldbrand im Süden Spaniens am Wochenwende unter Kontrolle gebracht. Etwa 1000 der fast 1500 Menschen, die in der andalusischen Provinz Almería evakuiert werden mussten, durften am Sonntag nach Behördenangaben in ihre Häuser zurückkehren. Eine "Rückkehr zur Normalität" sei unter Beachtung äußerster Vorsicht möglich, erklärte die Regionalregierung von Andalusien. Bei dem Waldbrand waren mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen, darunter wahrscheinlich viele Ausländer.
Der Präsident der Region Andalusien, Juan Manuel Moreno, erklärte am Sonntag im Onlinedienst X, nach "sehr schwierigen Tagen" hätten die Brandbekämpfer das Feuer "eingedämmt und unter Kontrolle" gebracht. Die Rückkehr von etwa 1000 Evakuierten sei genehmigt worden.
Im Kampf gegen die Flammen waren am Wochenende etwa 500 Feuerwehrleute sowie Soldaten und mehr als 20 Löschflugzeuge im Einsatz. Für Montag kündigte der spanische Regierungschef Pedro Sánchez einen Besuch in dem Katastrophengebiet an. Es handelt sich um einen der tödlichsten Waldbrände in der neueren Geschichte Spaniens.
Zunächst hatten das Wetter und die Brandlage nach Angaben der Behörden nur einen "defensiven" Einsatz in dem unwegsamen Brandgebiet zugelassen. Am Samstag erlaubten es abflauende Winde und eine höhere Luftfeuchtigkeit dann den Brandbekämpfern, erstmals im "Angriffsmodus" gegen das Feuer vorzugehen. Sie rückten näher an die Flammen heran und brachten den Brand schließlich weitgehend unter Kontrolle. Nach Angaben der Behörden breitete sich das Feuer nicht weiter aus. Insgesamt wurden demnach etwa 6600 Hektar verbrannt.
Das Feuer war nach Angaben der andalusischen Regionalregierung am Donnerstagnachmittag in Los Gallardos ausgebrochen. Das betroffene Gebiet ist bei Touristen beliebt und liegt nordöstlich der Hafenstadt Almería. Nach Angaben der Behörden sind unter den zwölf Todesopfern möglicherweise viele Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. In der Gegend leben viele Ausländer, insbesondere Briten.
Eine Französin wurde als vermisst gemeldet, der französischer Sender TF1 berichtete unter Berufung auf ihren Ehemann, dass sie wahrscheinlich auf der Flucht in ihrem Auto von den Flammen erfasst worden sei. Laut Jérôme Navarro waren seine Frau und er gerade erst in ihrem Ferienhaus angekommen. "Ich sagte zu meiner Frau: 'Schnell weg, lass alles hier.' Und während ich das sagte, wurde ich von einem Feuerball eingeschlossen. Ich konnte entkommen, weil ich weggelaufen bin." Er habe daraufhin den Kontakt zu seiner Frau verloren und keine Hoffnung mehr, sie wiederzusehen, sagte der sichtlich erschütterte Mann.
Auf mehreren Straßen waren ausgebrannte Autos zu sehen. Der Brand hatte sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Metern pro Minute ausgebreitet. Einige der Todesopfer hatten sich den Behördenangaben zufolge nicht an die Anordnungen gehalten, auf welchem Weg sie aus dem Brandgebiet fliehen oder wo sie Schutz suchen sollen, wenn eine Flucht nicht mehr möglich ist.
Die Behörden gingen am Sonntag weiterhin von zwölf Todesopfern aus. Mehrere Menschen wurden noch vermisst. Die Identifizierung der Toten gestaltete sich indes schwierig, weil dafür notwendige DNA-Proben von Verwandten gesammelt werden mussten, die dafür zum Teil erst aus dem Ausland anreisen sollten. Die Polizei wollte am Sonntag eigenen Angaben zufolge das Brandgebiet abermals nach möglichen weiteren Opfern durchforsten, 250 Häuser wurden demnach bereits aufgesucht.
Ursache des verheerenden Brandes war womöglich eine abgerissene Stromleitung, die in ausgetrocknete Vegetation fiel. Der spanische Justizminister Félix Bolaños sprach von einem "nie da gewesenen Ausmaß". Dies sei "eindeutig eine Folge des Klimanotstands, in dem sich die Welt befindet", sagte er im Brandgebiet vor Journalisten.
Spanien ist stark von der globalen Erwärmung betroffen. Seit einigen Jahren gibt es regelmäßig lang anhaltende Hitzewellen, was Brände begünstigt.
"Die Nachrichten über die Feuerkatastrophe in Andalusien sind bestürzend", erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Samstag im Onlinedienst X. Er sprach Regierungschef Sánchez seine Anteilnahme aus und wünschte den vielen Verletzten und Angehörigen der Opfer, dass sie "Trost finden".
M.Schneider--VB