-
Hamburger stimmen in Referendum gegen Olympia-Bewerbung ihrer Stadt
-
Nein zu Olympia: Hamburg stimmt erneut gegen Bewerbung
-
Konzert von Kanye West in Norditalien aus Sicherheitsgründen abgesagt
-
Thriller-Sieg gegen Kiel: Melsungen holt Europacup-Titel
-
WM-Test gegen Finnland: Nagelsmann erprobt Alternativen
-
Zufällig vorbeikommende Radfahrerin rettet vier Menschen aus der Ruhr bei Bochum
-
Giro-Gesamtsieg für Vingegaard - Milan siegt in Rom
-
IAEA: Drohne beschädigt Turbinengebäude von ukrainischem Akw Saporischschja
-
Frontalzusammenstoß auf Bundesstraße bei Unwetter: Zwei Tote in Baden-Württemberg
-
Forschungsministerin Bär stellt Bafög-Erhöhung zur Disposition - SPD empört
-
Weltmeister Neugebauer legt starken Saisonstart hin
-
Eishockey-WM: Underdog Norwegen schnappt Kanada Bronze weg
-
Sieg gegen de Jong: Zverev wieder im Viertelfinale
-
Forschungsministerium strebt Inkrafttreten der Bafög-Reform zum Wintersemester an
-
Trump will sich als Hauptredner statt "überteuerter Musiker" bei Feiern zum 4. Juli
-
DFB und FBL einigen sich auf Grundlagenvertrag
-
Inmitten von Gewalt: Kolumbianer wählen neuen Präsidenten
-
Weltkriegsbomben in Osnabrück unschädlich gemacht: Rund 1600 Menschen betroffen
-
Kubicki ist neuer FDP-Chef - Machtkampf reißt Gräben auf
-
38-Jährige in Wohnung in Chemnitz getötet - Verdächtiger in Tschechien gefasst
-
Maltas Labour-Partei nach Wahlsieg vor historischer vierter Amtszeit
-
Forschungsministerin Bär stellt Bafög-Erhöhung in Frage - SPD empört
-
IAEA: Drohne reißt Loch in Maschinenraum von ukrainischem Akw Saporischschja
-
RSG-EM: Zwei weitere Einzel-Goldmedaillen für Varfolomeev
-
Bürger in Guinea wählen neues Parlament - Opposition boykottiert Urnengang
-
Bundessieger von Jugend forscht gekürt - Preise für 14- bis 20-jährige Talente
-
Champions-League-Finale: Hunderte Festnahmen - ein Toter
-
Passant in Köln durch Schüsse aus Auto verletzt - außerdem Explosion an Shishabar
-
Niederlage gegen Kostjuk: Swiatek verpasst Viertelfinale
-
Israel nimmt Kreuzfahrer-Burg Beaufort im Libanon ein und weitet Bodeneinsatz aus
-
IAEA: Drohne reißt Loch in Maschinenraum des Akw Saporischschja in der Ukraine
-
"Bin nicht in Eile": Trump dämpft Hoffnungen auf Abkommen mit dem Iran
-
SPD im Bundestag widerspricht Bär und pocht auf vereinbarte Bafög-Reform
-
Umfrage: 70 Prozent rechnen mit AfD-Ministerpräsident in kommenden Monaten
-
Labour-Partei in Malta steuert nach Wahl auf historische vierte Amtszeit zu
-
Frankfurt holt Hütter als Trainer zurück
-
Kubicki setzt sich in FDP-Machtkampf durch - Parteichef fordert schärferes Profil
-
Glasner Trainer-Favorit bei Milan - Rangnick Sportdirektor?
-
Tödlicher Streit auf Straße in Bergkamen - 40-Jähriger stirbt nach Auseinandersetzung
-
Senior verliert Kontrolle über Auto - Toter nach Irrfahrt auf Drogeriemarktparkplatz
-
Richterbund: In Deutschland fehlen 2000 Strafverfolger
-
FDP setzt Parteitag fort - Wirtschaftspolitik im Mittelpunkt
-
Strack-Zimmermann: Werden "ganz genau" auf Kurs der FDP unter Kubicki schauen
-
Israel meldet Einnahme der Burg Beaufort im Süden des Libanon
-
Israelische Armee: Bodeneinsatz im Libanon auf "zusätzliche Gebiete" ausgeweitet
-
Champions-League-Finale: Hunderte Festnahmen in Paris
-
NBA: Spurs nach Sieg gegen OKC im Finale
-
Weltnichtrauchertag: Drogenbeauftragter fordert deutliche Erhöhung der Tabaksteuer
-
Präsidentschaftswahl in Kolumbien inmitten von Gewalt
-
Hamburger entscheiden in Referendum über Olympiabewerbung
Kuba kollabiert: Mexiko hilft
In Havanna und in den Provinzen hat sich das tägliche Leben zu einem Kampf um Licht und Brennstoff entwickelt. Mitte März 2025 brach eine Hochspannungsleitung nahe Havanna zusammen und brachte die Stromversorgung der gesamten Insel zum Erliegen. Die beiden größten Kraftwerke des Landes standen still; nicht einmal für Krankenhäuser und Lebensmittelproduzenten reichte der Strom. In den folgenden Monaten kam es immer wieder zu landesweiten Stromausfällen. In den meisten Provinzen hatten die Menschen zeitweise nur zwei bis vier Stunden Elektrizität am Tag, selbst in der Hauptstadt fielen die Lichter bis zu 20 Stunden lang aus. Die Behörden machten marode Netze und Brennstoffmangel verantwortlich und räumten ein, dass die Kraftwerke nur gut zwei Drittel des Bedarfs deckten.
Diese Energiekrise spiegelt die allgemeine Misere der kubanischen Wirtschaft wider. Bereits vor dem Kollaps des Stromnetzes schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt jahrelang: Im vergangenen Jahr sank es nach offiziellen Angaben erneut, sodass das Land seit 2019 insgesamt mehr als zehn Prozent seiner Wirtschaftsleistung eingebüßt hat. Die Einnahmen in harter Währung sind um rund 30 Prozent gesunken, während Importe für Nahrung, Medizin und Ersatzteile teurer wurden. Landwirtschaft, Viehzucht und Bergbau brachen in den letzten fünf Jahren um mehr als die Hälfte ein. Die Behörden sehen einen Zusammenhang mit dem US‑Embargo, das finanzielle Transaktionen und den Einkauf von Brennstoff erschwert. Für die Bevölkerung bedeuten diese Zahlen Hunger, fehlende Medikamente und leer bleibende Tankstellen.
Ende des venezolanischen Ölsegens
Über Jahrzehnte galt Venezuela als wichtigster Partner der kubanischen Regierung. Schweres Heizöl aus Caracas lieferte den Inselkraftwerken den Brennstoff und füllte die Tanks von Bussen und Autos. Doch spätestens mit der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Anfang Januar 2026 kam dieser Strom ins Stocken. Zwischen Januar und November 2025 hatte Venezuela durchschnittlich 27 000 Barrel Öl pro Tag nach Kuba geliefert, was etwa der Hälfte des kubanischen Bedarfs entsprach. Nach der Festnahme und der Beschlagnahmung venezolanischer Tanker durch die Vereinigten Staaten herrscht in Kubas Häfen jetzt gähnende Leere. Die US‑Regierung kündigte an, es werde „kein Öl und kein Geld mehr nach Kuba gehen“; sie drängt darauf, dass Havanna einen politischen Deal eingeht und warnte: „Bevor es zu spät ist“. Für viele Kubaner klingen diese Drohungen nach weiterer Verschärfung ihres Alltags.
Wie hart der Wegfall venezolanischer Lieferungen das Land trifft, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Kuba braucht laut Wirtschaftsberichten rund 100 000 Barrel Öl pro Tag. Im Jahr 2025 importierte es aber nur noch gut 45 000 Barrel täglich, weil die Lieferungen aus Venezuela um fast 15 Prozent sanken. Diese Lücke kann die kubanische Wirtschaft nicht schließen, da sie selbst nur rund 40 000 Barrel minderwertigen Schweröls fördert. Die Folge sind Produktionsstopps in Fabriken, ausfallende Buslinien und lange Schlangen an Tankstellen.
Mexiko als schwankender Rettungsanker
Nachdem Venezuela ausfiel, wurde Mexiko zeitweise wichtigster Öllieferant der Insel. Das staatliche Unternehmen Pemex exportierte zwischen Januar und September 2025 rund 17 200 Barrel Rohöl und zusätzlich 2 000 Barrel verarbeitete Produkte pro Tag. Andere Berichte sprechen davon, dass Mexiko im Durchschnitt 20 000 Barrel täglich nach Kuba schickte und damit fast die Hälfte aller kubanischen Ölimporte stellte. Im zweiten Halbjahr 2025 gingen die Lieferungen jedoch drastisch zurück: sie fielen um 73 Prozent auf etwa 5 000 Barrel pro Tag, weil Pemex weniger exportierte und die mexikanische Regierung auf Druck aus Washington den Kurs überdachte. Damit rückten selbst alte verlässliche Abnehmer wie Russland und Algerien in den Fokus, doch diese decken zusammen nur rund zehn Prozent des Bedarfs.
Mexikos Präsidentin erklärte Anfang 2026 auf Nachfragen, ob ein Schiff für Kuba gestoppt wurde, dies sei eine „souveräne Entscheidung“ und werde „im jeweiligen Moment getroffen“. Die Frage, ob es künftig weitere Lieferungen geben werde, ließ sie offen. Kurz zuvor hatte die mexikanische Regierung ihre Ölpolitik wegen möglicher US‑Sanktionen überprüft. Gleichzeitig betonte Mexiko, man wolle Kuba aus historischer Solidarität weiterhin unterstützen. Dieses Dilemma illustriert die Zwickmühle: Wenn Mexiko liefert, riskiert es Vergeltungsmaßnahmen aus Washington; wenn es stoppt, droht in Kuba ein humanitärer Kollaps.
US‑Druck und internationale Spannungen
Die USA verschärften 2025 und 2026 ihren Druck auf die kubanische Regierung deutlich. Nach dem Militäreinsatz in Venezuela beschlagnahmten amerikanische Einsatzkräfte mehrere Tanker mit Öl für Kuba. US‑Politiker fordern darüber hinaus ein Seeblockade, die sämtliche Öllieferungen nach Kuba unterbinden soll, und drohen Mexiko mit Strafzöllen, falls es weiterhin Diesel und Rohöl nach Havanna schickt. Washington begründet das Vorgehen damit, dass die kubanische Führung seit Jahrzehnten unter dem Schutz venezolanischen Öls überlebt habe und die aktuellen Engpässe eine Gelegenheit böten, die Regierung zum Einlenken zu bewegen. Für Kuba wäre eine vollständige Blockade jedoch eine Katastrophe: Bereits jetzt fallen in manchen Provinzen bis zu 20 Stunden am Tag der Strom aus, und die staatliche Elektrizitätsunion warnte, dass ein Drittel der Nachfrage nicht gedeckt werden könne.
Die mexikanische Regierung versucht unterdessen, die eigenen Interessen mit den Forderungen aus Washington zu vereinbaren. Beobachter weisen darauf hin, dass Mexiko gerade einen Handelsstreit mit den USA beilegt und daher einem Konflikt über Kuba ausweichen will. Gleichzeitig will Präsidentin Sheinbaum innenpolitisch nicht als Bündnisbrecher gelten; in Mexiko genießen revolutionäre Symbole und die solidarische Haltung gegenüber Kuba noch immer Zustimmung in Teilen der Bevölkerung. So bleibt Mexiko zwischen humanitärer Hilfe und geopolitischem Druck hin‑ und hergerissen.
Die soziale Dimension: Hunger, Abwanderung und Protest
Die Energie‑ und Wirtschaftskrise führt zu einer dramatischen sozialen Situation. Bereits Ende 2024 sprachen kubanische Wissenschaftler von einer regelrechten „migratorischen Stampede“. Schätzungen zufolge hat Kuba seit 2020 zwischen zehn und fast zwanzig Prozent seiner Bevölkerung verloren; die meisten Auswanderer sind junge und produktive Menschen, was die demografische Alterung des Landes beschleunigt. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate deutlich unter das Niveau, das notwendig wäre, um die ältere Generation zu ersetzen. Die meisten, die bleiben, verbringen ihre Tage mit der Suche nach Essen, Ersatzteilen und Stromquellen. Wenn das Licht wieder einmal ausfällt, wird in improvisierten Restaurants mit Taschenlampen gekocht, Kinder lernen bei Kerzenschein, und Familien wechseln ihre Schlafzeiten nach dem Stromplan.
Viele Kubaner machen die seit mehr als sechzig Jahren geltenden US‑Sanktionen für die Misere verantwortlich. Andere kritisieren die eigene Regierung für wirtschaftliche Fehlentscheidungen, starre Planwirtschaft und die Abhängigkeit von ausländischer Hilfe. Unmut äußert sich in spontanen Protesten gegen Stromausfälle und Lebensmittelknappheit. Gleichzeitig fürchten viele, dass ein völliger Zusammenbruch zu noch mehr Not führt. Die CIA‑Analysen, die Anfang 2026 an die Öffentlichkeit gelangten, beschreiben die Lage als „äußerst schlecht“, halten jedoch einen Sturz der Regierung trotz der Verzweiflung für nicht sicher. Demnach könnten die Menschen so sehr mit dem Überleben beschäftigt sein, dass sie keine Kraft für politischen Widerstand haben.
Ausblick: Zwischen Kollaps und Reform
Während Donald Trump und andere US‑Politiker einen baldigen Zusammenbruch der kubanischen Regierung prognostizieren, sehen Experten die Zukunft weniger eindeutig. Kubas Regierung hat in der Vergangenheit große Krisen überstanden, etwa die „Sonderperiode“ nach dem Ende der Sowjetunion. Heute ist die Lage durch die gleichzeitige Abhängigkeit von Venezuela, Russland und Mexiko jedoch komplexer. Sollte Mexiko seine letzten Öllieferungen endgültig einstellen, drohen noch längere Stromausfälle, Produktionsstopps und ein weiterer Exodus junger Menschen. Zudem könnte sich der soziale Druck steigern, was sowohl zu wachsendem Protest als auch zu weiterer Repression führen kann.
Gleichzeitig diskutiert Havanna über neue Wirtschaftsreformen, um ausländische Investitionen anzuziehen und den privaten Sektor zu stärken. Die Regierung hofft, durch Erleichterungen für kleine Betriebe, eine Währungsreform und den Ausbau erneuerbarer Energien die Abhängigkeit von importiertem Öl zu verringern. Doch selbst Optimisten geben zu, dass solche Reformen ohne verlässliche Energiequellen und internationale Finanzierung kaum Wirkung entfalten werden. Kubas Zukunft hängt daher eng davon ab, ob Mexiko, Russland oder andere Partner bereit sind, die letzten Tropfen Öl zu liefern – und ob die Bevölkerung in der Zwischenzeit ausharrt oder das Regime zu Veränderungen zwingt.
R. Shoykhet
Ukraine: Russischer Kriegsterror und Wuhledar
Russland: Große Fresse aber nichts dahinter!
Die EU und die aktuelle Energiekrise
Asylpolitik: EU-Gipfel berät über feste Zäune an Grenzen
Ukraine: England will Lieferung deutscher Kampfpanzer
Russen-Terror in Dnipro: Das war ein Kriegsverbrechen!
Flugtaxis sind schnell und sicher
Ukraine kämpft gegen Terror-Russen
Long live Ukraine - Хай живе Україна - Да здравствует Украина
Danke EU: Vom armen Irland zum Irischen Tiger