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Bundesamt warnt vor Sturmflutrisiken - Aufbau störungssicherer Navigationssysteme
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat vor zunehmenden Sturmflutrisiken gewarnt. Der mittlere Meeresspiegel steige "kontinuierlich" an, erklärte die Behörde am Dienstag in Hamburg anlässlich ihrer Jahrespressekonferenz. In Cuxhaven habe er sich seit dem Jahr 1900 um 25 Zentimeter erhöht, bis Ende des laufenden Jahrhunderts könne er um mehr als einen Meter steigen. Sturmfluten wirkten "damit auf ein zunehmend höheres Ausgangsniveau" und könnten künftig zu höheren Wasserständen führen.
"Die Risiken für Küstenregionen nehmen insgesamt zu", erklärte das unter anderem für Meeresdatenerhebung sowie Schifffahrt zuständige Bundesamt. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Sturmflutvorhersage. Der steigende Meeresspiegel ist eine Folge der globalen Klimaerwärmung. Durch steigende Temperaturen schmelzen Eisschilde an den Polen und Gletscher. Zudem dehnt sich Wasser bei Wärme aus, das Volumen nimmt zu.
Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen beteiligt sich das Bundesamt zudem am Aufbau alternativer Navigationssysteme für die Schifffahrt. "Störungen satellitengestützter Navigation nehmen in der Ostsee spürbar zu", erklärte die Behörde. Das habe unmittelbare Folgen, weil elektronische Seekarten keine oder falsche Positionen anzeigten. Dabei sei die Ostsee eines der am meisten befahrenen europäischen Meere.
Das BSH beteiligt sich deshalb gemeinsam mit weiteren Partnern an einem vom Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt geleiteten Projekt, das auf Funksignale von Küstenfunkstellen setzt. Erste Messkampagnen mit einem BSH-Schiff hätten "vielversprechende Ergebnisse" geliefert. So seien tagsüber bereits Positionsbestimmungen mit einer Genauigkeit von 20 Metern möglich. Das System könne die Navigation "robuster" machen.
Weitverbreitete Navigationssysteme wie GPS arbeiten mit Signalen von Satelliten. Nach Angaben der Bundesregierung aus dem vergangenen Jahr wurde zuletzt ein deutlicher Anstieg von Störangriffen auf GPS-Signale im Ostseeraum verzeichnet. Dies geschieht durch Sender am Boden, die Signale überlagern oder irreführende Täuschsignale versenden. Vor allem Flugzeuge waren betroffen. Der Verdacht richtet sich gegen Russland.
In der Nordsee wurde im vergangenen Jahr zudem ein neuer Wärmerekord des Oberflächenwassers gemessen. Durchschnittlich seien dort 11,6 Grad Celsius erreicht worden, berichtete das BSH. Dies sei der höchste Wert seit Beginn der Messungen 1969. Die Ostsee erlebte demnach 2025 mit einer durchschnittlichen Oberflächentemperatur von 9,7 Grad den bislang zweithöchsten dort gemessenen Wert. Die Datenreihe beginnt 1990.
L.Stucki--VB