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Recycling "funktioniert": Zahlen widerlegen laut Umweltbundesamt Abfallmythen
Steigende Recyclingquoten bei Verpackungsabfällen widerlegen nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) weitverbreitete Irrtümer: Mit Blick auf das Kunststoff- und Glasrecycling erwiesen sich "Mythen" - wie beispielsweise, dass der Inhalt der Gelben Tonne mehrheitlich ohnehin verbrannt werde - "bei genauer Betrachtung als nicht belastbar", teilte die Behörde am Dienstag mit. Die Recyclingquoten seien "stabil".
Wie das Umweltbundesamt im sachsen-anhaltinischen Dessau und die in Osnabrück ansässige Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) gemeinsam mitteilten, wurden im Jahr 2024 "erneut rund 5,5 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle" aus Gelben Tonnen und Gelben Säcken verwertet. Erstmals seien dabei "mehr als 70 Prozent der Kunststoffverpackungen dem werkstofflichen Recycling zugeführt" worden, erklärte UBA-Kreislaufwirtschaftsexpertin Bettina Rechenberg. Im Vorjahr 2023 hatte die Recyclingquote bei 68,9 Prozent des Verpackungsmülls gelegen.
2024 seien fünf von acht Recyclingquoten erreicht worden, darunter etwa bei Verpackungen aus Pappe, Weißblech oder Aluminium, hoben Umweltbundesamt und ZSVR hervor. "Deutlich verfehlt" wurden sie demnach aber für Getränkekarton-, Glas- und Verbundverpackungen.
Dennoch sei es "Fakt", dass die Quote für die werkstoffliche Kunststoffverwertung seit 2018 von 42 Prozent auf 70 Prozent gestiegen sei. "Den Irrglauben, es würde sowieso alles verbrannt, können wir damit eindrucksvoll widerlegen", erklärte Rechenberg.
Dass vom Inhalt der Gelben Tonne "mehr als die Hälfte" in die Aufbereitung und Wiederverwertung gehe, zeige, dass Recycling "funktioniert", teilten UBA und ZSVR mit und verwiesen darauf, dass moderne Anlagen den Inhalt "systematisch" sortieren könnten - etwa mit Magnetscheidern, Siebmaschinen oder Nahinfrarottrennern.
Allerdings könne selbst die leistungsfähigste Sortieranlage aus "Turnschuhen, Staubsaugerbeuteln, Schwimmflügeln und vergleichbaren Fehlwürfen" keinen Neukunststoff gewinnen, fügten UBA und ZSVR hinzu. Nicht recyclingfähige Verpackungen und Fehlwürfe werden demnach "überwiegend der energetischen Verwertung zugeführt" - also verbrannt.
"So leistungsfähig Sortier- und Recyclinganlagen auch sind - sie können nicht ausgleichen, was beim Verpackungsdesign versäumt wird", erklärte ZSVR-Vorständin Gunda Rachut zudem. Gefordert seien angesichts der Verschärfung der EU-Verpackungsverordnung die Hersteller - "denn ab 2030 dürfen nur noch Verpackungen in Verkehr gebracht werden, die zu mindestens 70 Prozent stofflich verwertbar oder wiederverwendbar sind", erklärte sie. Entscheidend sei "die konsequente Umsetzung recyclinggerechten Designs".
Missverständnisse bei Verbraucherinnen und Verbrauchern gibt es laut UBA und ZSVR indes auch beim Glas: "Entgegen einer verbreiteten Annahme wird Altglas bei der Containerleerung nicht wieder vermischt", erklärten sie. "Weiß-, Grün- und Braunglas bleiben von der Sammlung bis in die Glashütte konsequent getrennt." Moderne Sammelfahrzeuge transportierten das gesammelte Glas in "separaten Kammern".
Zugleich bringe Glasrecycling "erhebliche Energieeinsparungen gegenüber der Neuproduktion“, hob Rechenberg hervor. Voraussetzung dafür sei allerdings die richtige Trennung: Noch immer gehe zu viel Altglas im Restmüll verloren. Das Umweltbundesamt halte deshalb auch mehr Containerstellplätze für nötig, um die Sammelmengen und die Recyclingquote weiter zu steigern.
Verbraucherinnen und Verbraucher sollten laut UBA und ZSVR Altglas möglichst nach Farben sortieren, wobei alle anderen Farben als braun oder weiß (transparent) ins Grünglas gehören. Die Deckel dürfen demnach drauf bleiben.
M.Schneider--VB